Sachsen-Anhalts Innenministerin Tamara Zieschang plädiert in der Debatte um die Rückkehr von Syrern in ihre Heimat für einen differenzierten Ansatz. Wer integriert sei und über einen gesicherten Aufenthaltstitel verfüge, könne bleiben, sagte die CDU-Politikerin im Landtag in Magdeburg. «Wer kein Bleiberecht hat, muss Sachsen-Anhalt wieder verlassen.»
Viele Menschen syrischer Herkunft arbeiteten in Pflege, Handwerk, Industrie oder Medizin und seien teilweise längst deutsche Staatsbürger, sagte Zieschang. «Allein in den letzten fünf Jahren sind in Sachsen-Anhalt mehr als 4.000 syrische Staatsangehörige eingebürgert worden.»
Ende März 2026 hielten sich in Sachsen-Anhalt insgesamt rund 29.000 Syrer auf. Etwa jeder Dritte syrische Staatsangehörige im erwerbsfähigen Alter sei sozialversicherungspflichtig beschäftigt, so Zieschang. Nach Angaben der Ärztekammer arbeiteten allein rund 150 syrische Ärztinnen und Ärzte in Sachsen-Anhalt. «Diese Menschen tragen dazu bei, Fachkräfteengpässe zu mindern.» Wer sich integriert habe und seinen eigenen Lebensunterhalt verdiene, bleibe willkommen.
Zur Wahrheit gehöre aber auch, dass nicht alle, die aus Syrien geflohen seien, sich rechtstreu verhielten und ihren eigenen Lebensunterhalt verdienten, betonte Zieschang. «Und alle diese müssen Deutschland nach und nach verlassen, weil ihre Rückkehr nach Syrien jetzt möglich ist.» Die Verhältnisse hätten sich nach dem Sturz des Assad-Regimes nachhaltig geändert, gegenwärtig würden rund 80 Prozent aller Asylanträge syrischer Staatsbürger abgelehnt.
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