Der 50. Bachmann-Wettbewerb steht an. Für drei Tage ist es nun wieder offiziell erlaubt, die Wirklichkeit gegen die Fiktion einzutauschen – und etwas zu üben, das wir fast verlernt haben.
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An den Wörthersee, der ja schon klingt wie aus einem Thomas-Mann-Roman, kann alljährlich flüchten, wem es zu viel wird mit der Welt. Und weil das schöne Städtchen Klagenfurt nicht die ganze Welt beherbergen kann, werden die Tage der deutschsprachigen Literatur, besser bekannt als Bachmann-Wettbewerb, dazu noch live im ORF gestreamt.
Drei Tage lang wird aus einem Studio in Kärnten nahe der österreichisch-slowenischen Grenze gesendet, was nun wirklich nicht klingt wie Unterhaltungsfernsehen im 21. Jahrhundert: 14 Autorinnen und Autoren lesen vor einer siebenköpfigen Jury ihre Texte vor. Die sieben Köpfe diskutieren dann ausgiebig über ebendiese Texte, und im Anschluss daran darf die soeben hochgelobte oder von jeglichem literarischen Talent freigesprochene Person noch etwas sagen – meist sagt sie allerdings nichts.
