Die deutsche Industrie hat im
Juni überraschend viele Aufträge erhalten. Das Neugeschäft wuchs
wegen vieler Großaufträge um 3,1 Prozent im Vergleich zum
Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt mit. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen
hatten nur mit einem Plus von 0,3 Prozent gerechnet.
Es ist der
zweite Zuwachs in Folge: Im Mai hatte es bereits ein Plus von
revidiert 0,3 Prozent gegeben, das damit deutlich kleiner
ausfiel als zunächst mit 1,9 Prozent geschätzt. Laut dem Bundeswirtschaftsministerium sind die staatlichen Beschaffungen für Bundeswehr und Infrastruktur ein Hauptgrund für das Auftragsplus.
Die Statistiker erklärten, die positive Entwicklung sei zu einem großen Teil auf die deutlichen Anstiege im Maschinenbau (plus 12,7 Prozent) und in der Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (plus 22,7 Prozent) zurückzuführen. In beiden Bereichen meldeten eine Reihe von Unternehmen Großaufträge. Die Aufträge von außerhalb der Eurozone stiegen laut Statistik dabei um 10,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Die Aufträge aus der Eurozone dagegen fielen um 14 Prozent.
»Alles in allem zeigt sich, dass die Konjunktur etwas besser
läuft als noch vor kurzem gedacht«, sagte der Ökonom der
Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), Jens-Oliver Niklasch.
»Freilich schwebt das Ölpreis-Risiko latent über allem, und mit
den Pegelständen der großen Flüsse ist ein neues Abwärtsrisiko
dazugekommen.«
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