Im nordrhein-westfälischen Jülich ist am späten Abend ein weiterer Spezialtransporter mit hochradioaktivem Atommüll losgefahren. Eine Polizeisprecherin bestätigte die Abfahrt. Ziel ist das gut 170 Kilometer entfernte Zwischenlager Ahaus im Münsterland. Es ist der zweite Castor-Transport auf dieser Strecke, vier Wochen nach dem ersten. Die Fahrt dauerte damals rund vier Stunden.
Castor ist die Bezeichnung für den Spezialbehälter, der die gefährliche Strahlung der transportierten Brennelementekugeln weitgehend abschirmt. Der Transport wurde von einem großen Polizeiaufgebot gesichert. Insgesamt sollen binnen mehrerer Monate 152 Behälter aus dem Forschungszentrum Jülich nach Ahaus gebracht werden.
Anti-Atom-Mahnwachen in Jülich, Bottrop und Ahaus
Atomkraftgegner hatten sich am Abend zu Mahnwachen in Jülich, Ahaus und an der mutmaßlichen Transportstrecke in Bottrop versammelt, um gegen die Transporte zu demonstrieren. Ein Plakat in Jülich nannte diese «konzeptlos, überflüssig und gefährlich». In Ahaus nahmen an einer Kundgebung nach Angaben der Veranstalter rund 300 Menschen teil. Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl auf 180. Hintergrund der Transporte ist eine bereits 2014 ergangene Anordnung der NRW-Atomaufsicht, das Zwischenlager in Jülich zu räumen.
Der erste Transport eines Atommüll-Behälters von Jülich nach Ahaus hatte in der Nacht vom 24. auf den 25. März stattgefunden. Er war ohne besondere Zwischenfälle verlaufen. Ein beladener Castor-Behälter wiegt rund 27 Tonnen, der Spezial-Sattelzug mitsamt einem vollen Behälter knapp 130 Tonnen.
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