
Schön wär’s, wenn alles so einfach wäre, wie es Die Linke in ihrer Kampagne gegen die Wehrpflicht und die damit einhergehende Wehrerfassung darstellt. „Die Bundesregierung will euch zum Dienst an der Waffe zwingen“, behauptet die Fraktion der Linkspartei im Bundestag und lädt zu einem „Unfollow Bundeswehr“-Festival mit Gaming-Stationen, Musik und kostenlosem Essen. Bei diesen Spielen hat natürlich die „Arschkarte“ gezogen, wer ein Los für den Wehrdienst erwischt, während auf der anderen Karte „Freiheit“ steht.
Dass zwar das Ausfüllen der Fragebögen zur Wehrerfassung für die angeschriebenen jungen Männer verpflichtend ist, nicht aber der Dienst selbst (zumindest noch), ist hier nicht Gegenstand der Diskussion und schon gar nicht, dass diese Freiheit im Ernstfall auch verteidigt werden müsste. Auf beides kann man angesichts solch tendenziöser Darstellungen nicht oft genug hinweisen.
Die Linke ist aber nicht die Einzige, die auf dieser Welle reitet, auch eine Initiative „Schulstreik gegen Wehrpflicht“ hat sich gebildet und am Festival beteiligt. Ihre Aktivisten sprechen Schüler vor ihren Schulen an und fragen, ob sie nicht Angst vor dem Kriegsdienst hätten und diesen gern verweigern würden. Ihnen darf man es nicht zu leicht machen.
Oft sind es genau die jungen Leute, die sich links und/oder grün sehen, die sich auch in einem Freiwilligen Sozialen Jahr engagieren. An den Möglichkeiten für einen Wehrersatzdienst und dem dazugehörigen Fragebogen muss darum dringend weitergearbeitet werden. Im Hintergrund steht die unbeantwortete Frage nach einem gesellschaftlichen Dienstjahr für alle. Der Wehrdienst darf jedenfalls nicht schlechtgemacht werden.
