Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 36/2026.
In den Sommerferien nach der siebten Klasse war für ein paar Tage alles leichter. Emily fuhr mit ihrer Mutter und ihrem kleinen Bruder nach Sizilien. Die Schule fiel Emily schon lange schwer, oft ging sie gar nicht erst hin. Im Urlaub war sie gelöst. Weil sie nichts leisten musste, sagt ihre Mutter Anja Berger.
Zurück in Deutschland färbte ihre Tochter sich die Haare lila-rot. Am ersten Schultag der achten Klasse lachte eine Mitschülerin sie deshalb aus, tags darauf blieb Emily zu Hause. »Und dann ist von morgen auf übermorgen die ganze Woche, der ganze Monat und dann das ganze Jahr daraus geworden«, sagt Emily. Ihr Kinderarzt schrieb sie krank, ohne Enddatum. Das war im Herbst vor zwei Jahren.
