
Die Landwirtschaftliche Rentenbank hat ihr Fördergeschäft 2025 kräftig ausgebaut. „Es war ein Jahr der Stärke und des Aufbruchs“, stellte Vorstandssprecherin Nikola Steinbock bei der Präsentation der Bilanz fest. Trotz herausfordernder Rahmenbedingungen habe man „wichtige Zukunftsinvestitionen für die Landwirtschaft angestoßen“. Die große Nachfrage nach den Förderangeboten zeige, wie wichtig verlässliche Finanzierung und gezielte Unterstützung für die Wettbewerbsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit der Branche seien.
Das Neugeschäft mit Förderkrediten sei von 3,6 Milliarden Euro um 82 Prozent auf 6,6 Milliarden gestiegen, sagte Steinbock. Der größte Teil davon entfalle auf die Landwirtschaft mit Darlehen in Höhe von 1,9 Milliarden Euro – ein Anstieg um rund ein Drittel gegenüber dem Vorjahr. Das Volumen für die Finanzierung von Ställen erhöhte sich von 292 Millionen Euro 2024 auf 351 Millionen im vergangenen Jahr. Das 2024 neu aufgelegte Förderprogramm für „Stallumbauten für mehr Tierwohl“ sei dabei ein wichtiger Baustein, allein hierfür seien im vergangenen Jahr 57 Millionen Euro zugesagt worden.
Hohe Nachfrage nach Förderung für Windräder
Auch im ersten Quartal 2026 war die Nachfrage nach Förderkrediten nach Darstellung von Steinbock ungebrochen. So lag das Neugeschäft bei den Programmkrediten in den ersten drei Monaten bei 2,4 Milliarden Euro – ein Plus von 68 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der größte Zuwachs wurde mit 210 Prozent in der Fördersparte „Erneuerbare Energien“ auf 1,1 Milliarden Euro im ersten Quartal erreicht. Das Neugeschäft in der Sparte Landwirtschaft stieg in diesem Zeitraum um 24 Prozent auf 559 Millionen Euro, rund 110 Millionen mehr als im Vorjahreszeitraum.
„Landwirtschaftliche Betriebe investieren weiterhin, auch wenn die Rahmenbedingungen herausfordernd sind“, so Steinbock. Das betreffe nicht nur Düngemittel, sondern auch steigende Kosten für Maschinen, Logistik und Verarbeitung. Zudem sei die Nachfolge für viele ein Thema.
„Besonders positiv fällt auf, dass im Bereich der erneuerbaren Energien – insbesondere bei Windkraftanlagen – starke Investitionsimpulse zu beobachten sind“, sagte sie. Viele Betriebe seien bereit, in die Diversifizierung und Zukunftsfähigkeit ihrer Unternehmen zu investieren. Daher wurde auch 2025 der größte Zuwachs im Neugeschäft mit Programmkrediten in der Fördersparte „Erneuerbare Energien“ verzeichnet: Nach einer ausgesprochen schwachen Darlehensnachfrage im Jahr 2024 – sie lag damals wegen des vergleichsweise hohen Zinsniveaus bei nur 76 Millionen Euro – wurden 2025 Förderkredite in Höhe von 1,8 Milliarden Euro für Investitionen in erneuerbare Energien ausgereicht.
Geschäftsklima gesunken
Trotz dieser vielversprechenden Entwicklungen bleibt die Stimmung in der Branche nach den Worten von Steinbock insgesamt angespannt. „Unser aktuelles Agrarbarometer belegt, dass das Agrar-Geschäftsklima – nicht zuletzt aufgrund des Konflikts im Iran und der damit verbundenen steigenden Betriebsmittelpreise – weiter gesunken ist“, berichtete sie.
Das dürfte ein wesentlicher Grund dafür sein, dass sich die Investitionen vieler Betriebe in der Breite vor allem auf den Bestandserhalt beschränkten. „Das ist ein Warnsignal, denn es verdeutlicht, dass viele Landwirtinnen und Landwirte aktuell vor allem bestehende Strukturen absichern, anstatt gezielt in Innovationen und die Weiterentwicklung ihrer Betriebe zu investieren“, sagte die Bankchefin. Gerade jetzt wäre es wichtig, „die große Veränderungsbereitschaft der Branche gezielt zu unterstützen“, mahnte sie. „Wir brauchen eine starke, zukunftsorientierte Landwirtschaft, um Versorgungssicherheit zu gewährleisten und die Energiewende erfolgreich zu gestalten.“
Lösungen durch Start-ups
Instrumente für Zukunftssicherheit sollen auch von Start-ups entwickelt werden, die die Rentenbank unterstützt. Im Auftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) vergibt sie deshalb Darlehen an agrarnahe junge Unternehmen. Seit 2021 bis zum Ende des ersten Quartals 2026 seien so 32 Start-ups gefördert worden.
Darüber hinaus investiert die Rentenbank in Venture-Capital-Fonds zur Start-up-Finanzierung. Im Mai wird eine neue Förderung zur Markteinführung innovativer Antriebssysteme in der Landwirtschaft eingeführt. Das gemeinsam mit dem Ministerium und dem Frankfurter Tech-Quartier initiierte Gründerprogramm „Growth Alliance“ habe 2025 wieder großen Zulauf gehabt.
Der Zinsüberschuss der Bank ging 2025 zurück. Hinzu kam ein Anstieg der Verwaltungsaufwendungen, unter anderem für die Modernisierung der IT. Unter dem Strich sank daher das vorläufige Betriebsergebnis der Rentenbank – vor Risikovorsorge und Bewertung – um 46 Prozent auf 87 Millionen Euro.
Die Geschäftszunahme und die Modernisierung schlägt sich auch in der Entwicklung der Belegschaft nieder: Die Bank beschäftigt derzeit rund 600 Mitarbeiter, 150 mehr als bei ihrem Auszug aus dem Stammhaus am Eschenheimer Turm Ende 2020. Das denkmalgeschützte Gebäude an der Hochstraße wird seither renoviert und aufgestockt. Den Anforderungen für die Zukunft werde es aber möglicherweise dennoch nicht entsprechen, sagte Finanzvorstand Marc Kaninke. „Deshalb prüfen wir seit Anfang des Jahres alle Optionen, wie wir künftig mit der Immobilie in der Hochstraße verfahren – bis hin zu einem Verkauf.“ Derzeit hat die Bank ihren Sitz an der Theodor-Heuss-Allee.
„Mit Investitionen in moderne IT und klugen Köpfen stärken wir unsere Widerstandskraft und können den steigenden Anforderungen an IT-Sicherheit sowie den Bedürfnissen unserer Kunden gerecht werden. Unsere stabilen Geschäftszahlen und das solide Betriebsergebnis zeigen, dass wir aus einer Position der Stärke heraus agieren, unser Förderportfolio kontinuierlich ausbauen und unseren Förderauftrag zuverlässig erfüllen. Gerade in Zeiten, in denen Ernährungssicherheit wieder verstärkt in den Fokus rückt, ist dies wichtiger denn je“, fasste Kaninke das Ergebnis 2025 zusammen.
