
Skoda setzt auf Interims-Chef
Nach dem Abgang des Vorstandsvorsitzenden Klaus Zellmer wird die tschechische Automarke Škoda vorübergehend von einem kommissarischen Chef geführt. Wie aus informierten Kreisen verlautete, leitete der Finanzchef der Marke, Holger Peters, schon am Montag die Vorstandssitzung am Stammsitz in Mladá Boleslav. Das berichtet unser Korrespondent Christian Müßgens. Peters soll nun an der Spitze bleiben, bis Škoda und der Mutterkonzern Volkswagen einen neuen, dauerhaften Vorstandsvorsitzenden gefunden haben. Wann das passiert, war am Montagnachmittag zunächst offen. Die Ankündigung, dass Zellmer geht, soll auch intern recht überraschend gekommen sein, so dass die Nachfolge nicht direkt geklärt war.
Wie am Sonntag bekanntgeworden war, wechselt der 59 Jahre alte VW-Manager Zellmer als Vorstandsvorsitzender zum Konkurrenten Volvo, wo er Håkan Samuelsson ablösen soll. Der Schritt sei spätestens für Oktober 2027 geplant, hieß es von Volvo. Wegen der Schutzklauseln, die für solche ranghohen Wechsel innerhalb der Branche greifen, war aber wohl unmittelbar klar, dass Zellmer nicht länger an der Spitze von Škoda stehen kann. Die tschechische Marke gehört innerhalb des VW-Konzerns im Moment zu den wenigen Erfolgsgeschichten und lag mit einer Rendite von gut acht Prozent zuletzt sogar vor den einstigen Gewinnbringern Porsche und Audi.
Entsprechend positiv waren die Worte, die Škoda und VW ihrem scheidenden Manager am Montag mit auf den Weg gaben: Zellmer habe die Marke „durch eine Phase tiefgreifender Transformation, Internationalisierung und profitablen Wachstums“ geführt, hieß es. Unter seiner Führung habe das Unternehmen „Rekordergebnisse bei Absatz, Umsatz und Profitabilität“ erzielt. Zellmer war vor vier Jahren an die Spitze der tschechischen Marke gekommen und zwischenzeitlich schon für weitere Aufgaben im VW-Konzern gehandelt worden, etwa für die Führung von Porsche, die dann aber an einen anderen Manager ging.
