
Zum offiziellen Oktoberfest-Besuch des FC Bayern erschien Michael Olise wie seine Teamkollegen in Lederhose und Janker – dazu trug er eine leuchtend blaue Strickmütze mit violettem Kreuz. Sein Gesicht wollte der medienscheue Offensivspieler offenbar nur ungern zeigen: Dreadlocks und eine dunkle Sonnenbrille erschwerten einen direkten Blick. Mit unbewegter Miene ging er an Fans und Medienvertretern vorbei ins Käfer-Festzelt.
Mit seinem Auftritt sorgt er wieder einmal für Verwunderung. Im Internet kursieren Hunderte Fotos und Videos vom Wiesn-Besuch des Bayern-Stars. Unter den Beiträgen wird heftig diskutiert. Einige Nutzer sehen in der Kaschmir-Mütze der amerikanischen Luxus-Marke „Chrome Hearts“ einen Affront gegen die Trachtenmode und das Oktoberfest als bayerischem Kulturgut. Die Kleidung der Bayern-Spieler seien bloße Verkleidungen, und der Verein solle das „Kasperletheater“ einstellen, fordern manche. Viele wünschen sich auch mehr Zugewandtheit zu den Fans. Ein Kommentator fragt: „Weiß er eigentlich, wer ihm die Mütze bezahlt hat?“
Auch Sympathiebekundungen für „Mr. Nonchalant“
Der Wiesn-Look des Franzosen erntet in den sozialen Medien auch viel Spott und Häme. „Warum läuft er so bekloppt rum?“, kommentiert ein Nutzer und erhält viel Zuspruch. Andere vergleichen die Kopfbedeckung des Bayern-Stars mit einer „Schlumpf-Mütze“. Ein Fan nennt ihn lakonisch „einfach merkwürdig“.
Viele Fans zeigen auch Verständnis für die Zurückhaltung, mit der Olise in der Öffentlichkeit auftritt. „Lasst Michael doch mal entspannen“, fordert ein Nutzer. „Er wäre gerne woanders“, schreibt ein anderer. Man sehe ihm an, dass er sich unwohl fühle, meinen viele seiner Unterstützer in den Kommentarspalten. Das Oktoberfest sei „ein Albtraum“ für scheue Menschen, man solle aufhören, Olise zu solchen Auftritten „zu zwingen“.
Dass Michael Olise nur ungern Interviews gibt und bei öffentlichen Auftritten introvertiert und desinteressiert wirkt, ist kein Novum. In den sozialen Medien hat ihm seine „Coolness“, die von einigen auch als Arroganz gedeutet wird, den Spitznamen „Mr. Nonchalant“ eingebracht. Viele seiner Fans feiern ihn dafür.
