Kommt die geplante Jagd auf zwei Wölfe in Greifenstein? Die Debatte um Schafsrisse und die geplanten Abschüsse schlägt in dem Ort im Lahn-Dill-Kreis hohe Wellen. In der Umgebung des Ortes hat sich eines von hessenweit drei Wolfsrudeln etabliert, das auch für Risse von Schafen im Outdoor-Zentrum-Lahntal in Greifenstein verantwortlich sein soll.
Zuletzt kam es im Juni in dem Ort bei einer Veranstaltung zum Wolf zu einem Schlagabtausch: Neben Vertretern des Landkreises nahmen daran auch Jäger und Landwirte teil.
Die Greifensteiner Bürgermeisterin Marion Sander (parteiunabhängig) sieht die Debatte um den Wolf mit gewisser Sorge, will in der Sache aber neutral bleiben – auch wenn sie sowohl Argumente von Tierhaltern als auch Wolfsbefürwortern nachvollziehen kann. «Ich muss mich an die gesetzlichen Grundlagen halten», sagte Sander. Grenzen sieht sie überschritten, wenn etwa Jäger durch Anfeindungen im Netz bedroht und Feldwege versperrt würden. «Mir macht Sorgen, dass so ein Thema die Menschen so belastet.»
Gericht stoppte Abschüsse von zwei Wölfen
Erst Ende Juni war der hessische Wolfsmanagementplan des Landwirtschaftsministeriums veröffentlicht worden. Der Plan regelt den Umgang mit Wölfen und macht Vorgaben zur sogenannten Entnahme der Tiere, also zur Bejagung. Parallel wurde in einer Allgemeinverfügung des Regierungspräsidiums Kassel als oberster Jagdbehörde des Bundeslandes festgelegt, dass in der laufenden Jagdzeit bis Ende Oktober zwei Jungwölfe in Greifenstein geschossen werden dürfen.
Ob und wann es tatsächlich so weit kommt, ist allerdings offen, denn drei Verbände haben vor dem Verwaltungsgericht Kassel gegen die Allgemeinverfügung geklagt und Eilanträge gestellt, um die Abschüsse zu verhindern. Dazu gehören die Naturschutz-Initiative, der Bund für Umwelt und Naturschutz und die Gesellschaft zum Schutz der Wölfe.
Bis zur endgültigen Entscheidung über die Eilanträge dürfen die Tiere nicht geschossen werden. Wann genau eine Entscheidung fällt, ist noch offen.
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