
Schlag auf Schlag ging es, als das Auktionshaus Scheublein in München Nachlässe der Herzöge in Bayern versteigerte. Am Ende der Versteigerung waren 96 Prozent der 1028 Lose, die oft mehrere Objekte in Konvoluten umfassten, an erfolgreiche Bieter im Saal, an Telefonen und online verteilt. Wenig verwunderlich bewiesen Objekte mit unmittelbarem Bezug zu hohen und höchsten Herrschaften größte Attraktivität.
Im In- und Ausland gefragt
An der Spitze landete ein Doppelporträt des letzten österreichischen Kaiserpaars Karl und Zita, gemalt 1918 auf Elfenbein und mit Gold, Lapislazuli und Diamanten gerahmt. Die Taxe von 14.000 bis 18.000 Euro war schnell übersprungen, erst bei 34.000 Euro erging der Zuschlag zugunsten eines Sammlers im europäischen Ausland. Deutschland verließen auch Pendants zweier dicker goldener Armreifen mit Porträts des Bayernkönigs Ludwig I. und seiner Gemahlin Therese bei etwa verdreifachten Taxen für 9700 und 11.000 Euro. Kunsthändlern aus dem Inland sicherten sich das Set aus Armreif und Anhänger mit Bildnissen des Zarenpaares Nikolaus I. und Alexandra Fjodorowna für 18.500 Euro (Taxe 8000 bis 10.000 Euro) und ein süddeutsches, den Marientod darstellendes Relief des 16. Jahrhunderts für 23.000 Euro (2000/3000).
Ganz hoch im Kurs stand der Rahmen mit Kinderlöckchen der späteren Kaiserin Sisi und ihrer sieben Geschwister. Für ihn musste ein bayerisches Museum 12.000 Euro einsetzen, mit Aufgeld 15.200 Euro. Die Vorabschätzung von 400 bis 500 Euro nimmt sich daneben fast rührend aus.
