
Eine Galaxie wie unsere Milchstraße enthält mehrere hundert Milliarden Sterne. Die meisten allerdings sind uralt, und es kommen nur wenige neue hinzu: Pro Jahr ballt sich über die gesamte Milchstraße betrachtet etwa eine Sonnenmasse interstellarer Materie zu gerade einmal einer Handvoll neuer Sterne zusammen.
In der deutlich kleineren Galaxie Messier 82 mit dem Spitznamen „Zigarrengalaxie“ sind es dagegen zehnmal so viele. M82 ist eine sogenannte Starburst-Galaxie, und mit einer Entfernung von rund zwölf Millionen Lichtjahren eine der uns nächsten Galaxien dieses Typs. Sie ist daher besonders gut untersucht, nicht zuletzt mit dem Weltraumteleskop Hubble.
Zigarrengalaxie M82
Webb image: NASA, ESA, CSA, A. Smercina (STScI), T. Williams (University of Manchester). Aufnahme mit Near-InfraRed Camera. Image processing: A. Pagan (STScI).
Hubble image: NASA, ESA and the Hubble Heritage Team (STScI/AURA). Acknowledgment: J. Gallagher (University of Wisconsin), M. Mountain (STScI) and P. Puxley (NSF).
Nun hat das James Webb Space Telescope mit seiner Infrarot-Kamera NIRCam das erste wirklich hochaufgelöste Bild der „Superwinde“ aus M82 angefertigt. Dabei handelt es sich um Sternenwinde junger, heißer Sterne aus den Starburst-Regionen in den inneren Zonen der galaktischen Scheibe (bläulich-weiß). Nahe der Scheibe zeigen sich rankenartige Gebilde aus ionisiertem Gas (gelb), weiter draußen überwiegen dagegen Staubkörnchen (orange) aus polyzyklischen Kohlenwasserstoffen.
Die Starburst-Aktivität wurde vermutlich durch eine Galaxienkollision ausgelöst, deren Produkt das heutige Objekt M82 ist, und dürfte höchstens einige hundert Millionen Jahre anhalten. Dann wird auch hier die stellare Geburtenrate wieder auf ein milchstraßentypisches Normalmaß fallen.
