DIE ZEIT: Frau und Herr Paganini, für Ihr neues Buch Zwischen Wahn und Weisheit haben Sie die Bibel mit Blick auf psychische Auffälligkeiten untersucht. Was haben Sie gefunden?
Simone Paganini: Angefangen bei der Genesis mit Adam und Eva bis zum Seher der Offenbarung – in jedem Buch gibt es Figuren, bei denen man Hinweise auf ein psychisches Störungsbild findet: Depressionen, Zwänge, narzisstische Tendenzen. Wir stellen allerdings keine Diagnosen, sondern benennen nur die krankheitstypischen Symptome.
Claudia Paganini: Und man muss eine weitere Einschränkung machen: Wir finden natürlich keine Anamnese-Berichte in der Bibel. Zu den einzelnen Figuren fehlen viele Informationen, die ein Psychiater oder Psychotherapeut erfragen würde.
