Die Mehrheit der Menschen in Deutschland sieht die AfD als eine Gefahr für die Demokratie im Land an. Dies geht aus dem aktuellen ZDF-Politbarometer hervor. Demnach bejahten 68 Prozent die Frage, ob sie die Partei als demokratiegefährdend einstuften. 29 Prozent verneinten dies. Im Osten sehen 42 Prozent keine Gefährdung der Demokratie durch die AfD, im Westen sind es 26 Prozent.
An der Forderung nach einem Verbot der AfD sind die Menschen geteilter Meinung. 43 Prozent der von der Forschungsgruppe Wahlen Befragten sind dafür, 51 Prozent indes dagegen. Ebenfalls eher gemischt fällt das Urteil zum Umgang mit der AfD aus: 45 Prozent der Befragten finden, dass die anderen Parteien grundsätzlich nicht mit der AfD zusammenarbeiten sollten. 53 Prozent meinen, die anderen Parteien sollten von Fall zu Fall über eine Kooperation entscheiden.
Reformen der Bundesregierung in der Kritik
Überwiegend kritisch bewerten die Befragten die geplanten Reformen der Regierung. Nur 30 Prozent finden, dass sie alles in allem gesehen eher in die richtige Richtung gehen, für 59 Prozent gehen sie eher in die falsche Richtung. 80 Prozent meinen, die Belastungen seien eher ungerecht verteilt. Lediglich zwölf Prozent halten sie für eher gerecht.
Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, bliebe die AfD mit unverändert 28 Prozent klar stärkste Kraft vor der Union mit weiterhin 21 Prozent. Die SPD käme weiterhin auf 13 Prozent. Die Grünen könnten mit 15 Prozent rechnen, ein Prozentpunkt mehr als bei der vorherigen Befragung. Die Linke bleibt bei zwölf Prozent, die FDP bei drei Prozent. Die aktuelle Regierungskoalition aus Union und SPD hätte damit keine Mehrheit.
AfD stellt erstmals einen Landtagspräsidenten
Die AfD wird bundesweit vom Verfassungsschutz als Verdachtsfall beobachtet. Einzelne Landesverbände werden vom jeweiligen Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. Aus den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern im September ging die AfD jeweils als stärkste Kraft hervor. In Sachsen-Anhalt stellt die AfD seit dieser Woche mit Tobias Rausch erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik einen Landtagspräsidenten.
Die Umfrage zum ZDF-Politbarometer wurde von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Befragt wurden vom 5. bis 7. Oktober 1.311 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte telefonisch und online. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent rund +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10 Prozent rund +/- zwei Prozentpunkte.
