Das also soll er sein: der Mann, der dieses Jahrhundertverbrechen begangen hat. Kahler Schädel, kantiger Kiefer, muskulös, so zeigen ihn Fotos. Ein Militär, der im Knast salutiert haben soll, wenn sein Name fiel. Ein Agent mit falschen Papieren und zahllosen Geheimnissen, den Wärter »James Bond« nannten, so erzählt man es sich. Einer, der im Schatten bleiben wollte. Der anfangs offenbar nicht einmal seiner Frau berichtete, was er vor vier Jahren getan haben soll.
Sein Name ist Serhii K., er ist Ukrainer und heute 50 Jahre alt. Deutsche Ermittler haben ihn aus dem Schattenreich der Geheimdienste und des Ukrainekriegs ins Licht der Öffentlichkeit gezogen, nächste Woche wird er in einen Saal des Hamburger Oberlandesgerichts treten. Viele Geheimnisse werden dann aufgeblättert werden und mit ihnen die Hintergründe eines der politisch heikelsten Anschläge in der Geschichte der Bundesrepublik. Eines Anschlags, von dem viele meinten, er könne nie aufgeklärt werden.
