
Die Zahl der Verkehrsunfälle ist im ersten Halbjahr in Deutschland auf rund 1,26 Millionen gestiegen. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einem Plus von 2,6 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden unter Berufung auf vorläufige Ergebnisse mitteilte.
Zugleich sank die Zahl der Menschen, die dabei ums Leben kamen: um 122 auf 1233. Das ist ein Rückgang um 9 Prozent. Auch die Zahl der Verletzten ging laut der Statistik zurück – um 4,2 Prozent auf 172.000.
Bei 1,12 Millionen Unfällen blieb es bei Sachschäden (plus 3,4 Prozent), bei gut 138.000 Unfällen wurden Menschen getötet oder verletzt (minus 3,5 Prozent).
Zahl der getöteten Auto-Insassen gesunken
Auffällig war nach Angaben der Statistiker, dass lediglich bei E-Scootern die Zahl der Todesopfer zunahm: 28 Nutzer kamen ums Leben, 13 mehr als im ersten Halbjahr 2025. Bei Kindern und Jugendlichen stieg zudem die Zahl der Verletzten oder Getöteten entgegen dem allgemeinen Trend (plus 450 auf 14.900). Unter den 15- bis 17-Jährigen verunglückten besonders häufig E-Scooter-Fahrer (plus 70 Prozent auf 2076).
Auf 531 gesunken sei die Zahl der getöteten Auto-Insassen (minus 20 Personen). Auch bei Kraftradfahrern (minus 32 Personen auf 216), Fußgängern (minus 44 Personen auf 150) und Fahrradfahrern (minus 22 Personen auf 211) ging die Zahl der Getöteten zurück, wie es weiter hieß.
„Trotzdem bleiben die Zahlen zu hoch“
Regional lag Mecklenburg-Vorpommern mit 22 Verkehrstoten je eine Million Einwohner an der Spitze, gefolgt von Niedersachsen mit 21. Die niedrigsten Werte unter den Flächenländern verzeichneten Nordrhein-Westfalen mit 12 Verkehrstoten je eine Million Einwohner sowie Schleswig-Holstein und Hessen mit jeweils 13. In den Stadtstaaten Berlin und Hamburg lagen sie mit 5 beziehungsweise 7 Verkehrstoten zu einer Million am niedrigsten.
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft nannte den Rückgang der Verkehrstoten im ersten Halbjahr erfreulich. „Trotzdem bleiben die Zahlen zu hoch“, sagte die Leiterin der Unfallforschung der Versicherer, Kirstin Zeidler. „Insbesondere den deutlichen Anstieg der Verunglückten bei Kindern und Jugendlichen auf E-Scootern sehen wir mit Sorge.“
Zeidler verwies auf Wissenslücken im Umgang mit E-Scootern bei jungen Menschen und forderte mehr Aufklärung und Prävention. „Wir müssen Jugendliche befähigen, sicher mit dem E-Scooter unterwegs zu sein.“ Um Unfälle zu vermeiden, sprach sie sich für zusätzliche Polizeikontrollen aus. „Nicht zuletzt müssen Radwege sicherer werden, auf denen auch die E-Scooter fahren sollen, mit mehr Sicht an Kreuzungen und Einmündungen, aber auch eigene Grünphasen an Ampeln für nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmer.“
