
Die Zahl der Firmenpleiten in Hessen steigt. 1040 Unternehmen werden nach Hochrechnungen der Auskunftei Creditreform bis zum Ende des ersten Halbjahres 2026 Insolvenz angemeldet haben. Das wären 6,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Mehr Fälle als in Hessen zählte Creditreform in den ersten sechs Monaten in Nordrhein-Westfalen (3290 Unternehmensinsolvenzen), Bayern (1780), Baden-Württemberg (1630) und Niedersachsen (1100).
Hessen schlechter als Bundesdurchschnitt
Mit 88 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen schneidet Hessen schlechter ab als der Durchschnitt der 16 Bundesländer mit 82. Die meisten Firmenpleiten je 10.000 Unternehmen gab es laut Creditreform in Berlin (120), die niedrigste Insolvenzquote verzeichnet Thüringen (37). Bundesweit dürfte die Zahl der Firmenpleiten der Auskunftei zufolge bis Ende Juni auf 12.900 steigen. Eine höhere Zahl an Unternehmensinsolvenzen im ersten Halbjahr gab es zuletzt im Jahr 2013, damals waren es 13.310.
Die Liste der Probleme für die Wirtschaft ist lang: teure Energie, zurückhaltende Konsumenten und bürokratische Lasten. Der Irankrieg hat die Krise verschärft. Vor allem der Preissprung bei Energie und Rohstoffen belastet Unternehmen und Verbraucher. „Der Pleite-Höhepunkt ist noch nicht erreicht“, warnte der Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung, Patrik-Ludwig Hantzsch. „Diese Entwicklung wird sich erst dann wieder stabilisieren, wenn die Wirtschaft endlich wächst. Nach jetzigem Stand also frühestens 2027.“ Im laufenden Jahr trauen Ökonomen der deutschen Wirtschaft nur ein Mini-Wachstum zu, die Folgen des Irankriegs bremsen den erhofften Aufschwung aus.
