In Baden-Württemberg gibt es Wolfsnachwuchs – und damit ein neues Wolfsrudel. Mehr als zwei Jahre nach dem Tod des einzig lebenden Welpen auf einer Straße am Schluchsee sei am 17. September wieder ein kleiner Wolf in der Gemeinde Baiersbronn abgelichtet worden. «Dieser konnte zweifelsfrei als Wolfswelpe bestätigt werden», teilte die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) Baden-Württemberg mit.
Um welches Geschlecht es sich bei dem Welpen handelt und ob es weitere Welpen gibt, ist aktuell nicht bekannt.
Wolfseltern streunten schon seit Monaten gemeinsam herum
Im Südwesten streunte zuvor schon seit einiger Zeit im Nordschwarzwald ein Wolfspaar herum, die mutmaßlichen Eltern des Welpen: Eine erst seit kurzem ansässige Fähe und ihr Partner, der Rüde GW852m. Experten wie Micha Herdtfelder von der FVA hielten es schnell für sehr wahrscheinlich, dass die Verpaarung geklappt hatte. «Wildbiologisch gesehen klappt eine Verpaarung zwischen Wölfen meistens», hatte Herdtfelder gesagt.
Die Fähe war vermutlich im Februar oder März trächtig geworden, die Tragezeit beträgt um die 60 Tage. Normalerweise hat ein Wurf vier bis sechs Welpen, die Sterblichkeit ist allerdings hoch. Wölfe sind nach Worten Herdtfelders sehr monogam und kümmern sich gemeinsam um ihren Nachwuchs.
Es gab schon früher ein Rudel im Südwesten
In der Vergangenheit war die Zahl der sesshaften Wölfe im Land höher, einige wanderten ab oder wurden überfahren. Ein Rudel aber hatte es nicht mehr gegeben, seit der einzig lebende Welpe Ende 2023 in der Nähe des Schluchsees überfahren wurde. Im April danach verendete das Muttertier bei einem Auto-Unfall nahe Lenzkirch. Es war trächtig mit mehreren Welpen. Weibchen für möglichen Nachwuchs gab es danach länger nicht mehr im Südwesten.
Wölfe sind vor mehr als 20 Jahren wieder in Deutschland aufgetaucht, ihre Zahl nimmt seither kontinuierlich zu.
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