Wo bislang die evangelische Martin-Luther-Kindertagesstätte in Wolfsburg stand, liegen nun Trümmer. Der Boden ist voll von Steinen, Platten, Rohren und Gebäudeteilen. Von dem Haus, in dem bis vor kurzem kleine Kinder betreut wurden, stehen nur noch Teile. Zahlreiche Einsatzkräfte sind auf dem Gelände unterwegs – auch mit Spürhunden. Nach Angaben der Polizei gingen am Sonntagmorgen mehrere Notrufe ein, weil Menschen einen lauten Knall hörten. Einsatzkräfte rückten an und fanden ein weitgehend zerstörtes Gebäude vor.
Noch ist unklar, warum die Kindertagesstätte am Schachtweg in Wolfsburg einstürzte. Bislang sei weder ein technischer Defekt noch ein Fremdverschulden auszuschließen, sagte eine Polizeisprecherin. Hinweise auf einen Anschlag gibt es demnach nicht. Das Gelände ist weiträumig abgesperrt. Der Superintendent des Kirchenkreises Wolfsburg-Wittingen, Christian Berndt, sagte, er sei „bestürzt und zutiefst erschrocken“. Es sei nicht auszudenken, wäre das Unglück an einem Wochentag während des regulären Betriebes passiert.

Hoher sechsstelliger Schaden
Bei dem Unglück wurde nach ersten Erkenntnissen niemand verletzt. In der Kita ist sonntags kein Betrieb. Um sicher zu sein, dass keine Menschen unter den Trümmern liegen, suchten Spürhunde das Gelände ab.
Etwa ein Drittel des Kita-Gebäudes sei eingestürzt, sagte die Polizeisprecherin. Der Rest des Gebäudes sei stark einsturzgefährdet. Der Schaden wird demnach auf einen hohen sechsstelligen Bereich geschätzt. Oberbürgermeister Dennis Weilmann (CDU) kam zur Unglücksstelle und sprach mit den Einsatzkräften sowie der Leitung der Kindertagesstätte, wie die Stadt berichtete.
Laut der pädagogischen Leiterin der evangelischen Kitas in Wolfsburg, Stefanie Heidemann-Müller, ist bis auf Weiteres ein regulärer Betrieb in der Einrichtung nicht möglich. Für die rund 100 Mädchen und Jungen in den fünf Gruppen der Kita werde in der kommenden Woche zunächst keine Betreuung angeboten. Die Kinder sollen vorübergehend auf andere evangelische Einrichtungen aufgeteilt werden. Die Eltern seien bereits über eine Kita-App informiert worden.
