Vor der Hausnummer 46 in
der Straße Alcalde Sainz de Baranda in Madrid brennen Dutzende Kerzen. Anwohner
haben Blumen abgelegt und Botschaften auf Kartons geschrieben: »Danke für
alles, Maricarmen«, steht darauf. Oder »Der Kampf geht weiter, in deinem
Namen.« Mehr als sieben Jahrzehnte lebte Maricarmen Abascal in dem sechsstöckigen, beige getünchten
Bau in einem Innenstadtviertel. Ende September musste die
87-jährige Rentnerin ihre Wohnung verlassen: Ihr alter
Mietvertrag war ausgelaufen, und die Immobilienfirma, die die Wohnung gekauft
hatte, verlangte für einen neuen mehr als das Dreifache ihrer bisherigen Miete. Weit mehr, als Abascals Rente hergab.
