Tränen bei der Elfenbeinküste, ein glückliches Kopfnicken bei Erling Haaland: Mit einem 2:1-(1:0)-Sieg über die engagierten Afrikaner sichert sich Norwegen das Ticket für das Achtelfinale. Dort wartet ein ganz großer des Weltfußballs. In New York (5. Juli) ist dann Rekordweltmeister Brasilien die nächste Hürde fürs Weiterkommen. Spielmacher und Kapitän Martin Ødegaard durfte nach Spielschluss die Ovationen der vielen mitgereisten norwegischen Fans entgegennehmen. Er war der Schlüssel für einen hart erarbeiteten Sieg. Und natürlich durfte auch die inzwischen schon fast legendäre Ruder-Einlage gemeinsam mit dem ganz in Rot gekleideten Anhang nicht fehlen. Auch hier gab der Kapitän mit der eigens herbeigebrachten Trommel den Takt an. Norwegen hat eine Struktur, eine Spielidee und inzwischen mit der Rudereinlage auch eine eigene Geschichte, die die Mannschaft durch das Turnier bringt.
Die Nordeuropäer nutzten eine starke Phase vor der Halbzeit, um mit einer 1:0-Führung in die Kabine zu gehen. Einem der bislang schönsten WM-Tore des Leipziger Bundesligaprofis Antonio Nusa ging eine sehenswerte Kombination der Norweger voraus (38.), die sich nach einer Ballstafette die Abwehrkette der Ivorer zurechtstellte. Ødegaard gelang es durch eine kluge Spielverlagerung, Nusa den notwendigen Freiraum zu verschaffen. Der hatte Sekunden zuvor noch drei in Orange gekleideten Gegenspielern gegenübergestanden. Nun aber war Platz und der freigespielte Nusa schlenzte dann den Ball aus dem rechten Strafraumeck kommend unhaltbar in das Tor des chancenlosen Yahia Fofana.
Gleich danach hatte Erling Haaland mit einer artistischen Einlage die Chance, auf 2:0 zu erhöhen. Nach einer Kopfballvorlage von Alexander Sørloth kam dann aber noch das Abwehrbein von Ibrahim Sangaré dazwischen. Wieder hatte Ødegaard mit einem klugen Zuspiel die Vorarbeit geleistet. Nur einen Angriff später war es erneut Sørloth, dessen Kopfballversuch danach knapp am Tor vorbeischrammte.
Amad Diallo gleicht aus
Die Elfenbeinküste machte einfach so weiter wie im ersten Durchgang. Ihre schnellen Angreifer setzten die norwegische Hintermannschaft immer wieder unter Druck. Während den Ivorern aber die Präzision und gelegentlich auch das Spielglück fehlte, gelang in der 74. Minute dann der verdiente 1:1-Ausgleich. Der eingewechselte Amad Diallo (Manchester United) ließ nach einem Zuspiel von Pépé mit einem beherzten Solo David Moller Wolfe und Sander Berge aussteigen und schließlich auch Schlussmann Orjan Nyland keine Chance. Wenige Minuten zuvor hatte Diallo bereits eine andere Großtat verbracht, als er nach einer Ødegaard-Ecke einen Schuss von Torbjorn Heggem auf der Linie klärte und die Afrikaner damit im Spiel hielt.
Und als sich die 69.665 Zuschauer in Dallas bereits auf eine Verlängerung einstellten, schlug abermals die Stunde von Spielmacher Ødegaard. Der trieb mit dem Ball am Fuß den Ball durch die Hälfte der Elfenbeinküste, um die entscheidende Lücke zu erspähen. Sein Zuspiel auf Oscar Bobb war der Ausgangspunkt der zweiten entscheidenden Kombination, die über Patrik Berg schließlich bei Torjäger Erling Haaland landete. Der hatte wenig Mühe, aus kurzer Distanz zum 2:1-Siegtreffer (86.) einzuschieben.
Die beherzten Angriffe der Elfenbeinküste in der Nachspielzeit blieben glücklos. Amad Diallo scheiterte mit einem sehenswerten Freistoß noch an Schlussmann Orlan Nyland, anschließend „ruderten“ die norwegischen Fans dann glücklich mit ihren Spielern ins Achtelfinale.
