Frankreich – England 4:6 (0:4)
England hat sich den dritten Platz bei der Fußball-WM 2026 gesichert. Die Three Lions setzten sich in einem furiosen Spiel dank einer überlegenen ersten Halbzeit mit 6:4 (4:0) gegen Frankreich durch. Frankreich fand dagegen zu lange nicht ins Spiel und begann in der zweiten Halbzeit eine Aufholjagd.
Vor rund 64.000 Fans im Stadion von Miami trafen Declan Rice (3. Minute), Ezri Konsa (18.), Bukayo Saka (37./45. +1/87.) und Jude Bellingham (90. +8) für England. In der zweiten Halbzeit verkürzten Kylian Mbappé (48./66.) und Bradley Barcola (54.) und Ousmane Dembélé (90. +6) für Frankreich.
4:0 in der ersten Halbzeit
Frankreich ist in der ersten Halbzeit im letzten Länderspiel unter Trainer Didier Deschamps völlig überfordert aufgetreten. Die Équipe Tricolore lag gegen England nach 45 Minuten mit 0:4 zurück. Ein solches Halbzeitresultat hatte es für die französische Nationalmannschaft zuletzt im April 1968 gegeben – damals in der EM-Qualifikation gegen Jugoslawien.
Den Fehlstart leitete Declan Rice bereits in der dritten Minute ein. Der englische Mittelfeldspieler eroberte den Ball an der Mittellinie, dribbelte nahezu unbedrängt bis vor den Strafraum und schlenzte ihn aus rund 20 Metern flach ins lange Eck. Frankreichs beste Möglichkeit der ersten Halbzeit hatte Rayan Cherki, der Englands Torhüter Dean Henderson in der elften Minute prüfte. Kylian Mbappé versuchte es kurz darauf mit einem Schlenzer aus mehr als 20 Metern, blieb damit jedoch erfolglos (22.).
England stellte Frankreichs hoch stehende Abwehr immer wieder über die Außenbahnen vor große Probleme. Ein Treffer von Bukayo Saka wurde wegen Abseits noch aberkannt (11.). Wenig später fiel jedoch das zweite Tor: Nach einer Ecke von Rice ließ Adrien Rabiot seinem Gegenspieler Ezri Konsa zu viel Platz (18.). Auch beim dritten Gegentreffer sah Frankreichs Defensive nicht gut aus. Nach einem schnellen Konter im Zusammenspiel mit Marcus Rashford erhöhte Saka. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte bediente Eberechi Eze seinen Arsenal-Teamkollegen erneut und Saka machte das Halbzeit-Debakel für Frankreich perfekt.
Aufholjagd von Frankreich
Als Reaktion auf den desaströsen ersten Durchgang nahm Deschamps zur Halbzeit gleich vier Wechsel vor. Dembélé und Barcola sollten in der Offensive für neue Impulse sorgen, Bayern-Profi Dayot Upamecano und Lucas Digne die anfällige Defensive stabilisieren. Und das gelang sofort. Mbappé verkürzte kurz nach Wiederanpfiff. Nur sechs Minuten später legte Barcola nach – plötzlich geriet England ins Wanken. Die Mannschaft von Thomas Tuchel wurde zunächst vor allem nach Standards gefährlich. Nach einer Ecke von Declan Rice musste Frankreichs Torhüter Mike Maignan retten (59.).
Sechs Minuten später vergab Dembélé die nächste gute Gelegenheit, weil sein Abschluss zu unplatziert war. Kurz darauf war Mbappé jedoch erneut zur Stelle und brachte Frankreich weiter heran. Die Équipe Tricolore drängte nun mit aller Macht auf den Ausgleich. Michael Olise verfehlte das 4:4 in der 75. Minute nur um Zentimeter. Englands Abwehr ließ sich immer wieder über die Außenbahnen ausspielen. Mbappé forderte nach 76 Minuten einen Elfmeter, der Schiedsrichter ließ aber weiterspielen.
Den Strafstoß gab es kurz darauf auf der anderen Seite: Malo Gusto traf Djed Spence im Strafraum klar. Jude Bellingham überließ Saka den Ball – und der Arsenal-Star verwandelte zum 5:3. Dembélés erneuter Anschlusstreffer ließ Frankreich noch einmal hoffen, doch zur Wende reichte es nicht mehr. Bellingham setzte in der Endphase den Schlusspunkt in einem denkwürdigen Spiel.
»Es war ein verrücktes Spiel«, sagte der dreifache Torschütze Bukayo Saka nach dem Spiel. »Nach wie vor sind wir enttäuscht, dass wir nicht das Finale erreicht haben. Aber wir haben einen guten Abschluss erzielt.« Englands Trainer Tuchel sagte: »Es ist schwierig, das reicht für vier Spiele. Massives Kompliment für die Mentalität. Das war absolut brillant.«
