Die weltbesten Tennisprofis wollen auch beim anstehenden Grand-Slam-Turnier in Wimbledon für höhere Preisgelder protestieren. Um gegen die ihrer Meinung nach ungerechte Verteilung der Preisgelder einzutreten, wollen einige Spieler und Spielerinnen in der ersten Woche des geschichtsträchtigen Turniers in London ihre vertraglich vereinbarten Medienverpflichtungen auf 15 Minuten beschränken. Die Preisgelder stiegen zwar in diesem Jahr um 20 Prozent auf 64,2 Millionen Pfund (rund 74,3 Millionen Euro), lägen aber weiter nicht bei den 16 Prozent der Turniereinnahmen, die die Spielerinnen und Spieler von den Veranstaltern aller Grand-Slam-Turniere in diesem Jahr fordern, hieß es in einer Erklärung der Athleten.
Der All England Lawn Tennis Club, der das Turnier ausrichtet, zeigte sich in einer Mitteilung »überrascht und enttäuscht«. Die Spieler und Spielerinnen »stehen im Mittelpunkt all unserer Entscheidungen, und wir investieren jedes Jahr erheblich in sie«, teilte der Verein mit. »Für uns ist klar, dass die Spieler auch weiterhin am Erfolg von Wimbledon teilhaben werden, wenn das Turnier wächst«, sagte die Vorsitzende Deborah Jevans.
Vor allem Spieler auf unteren Rängen sollen profitieren
Das sich die Profis nur 15 Minuten lang der Presse stellen wollen, solle auf die Tatsache hinweisen, »dass Wimbledon derzeit etwas weniger als 15 Prozent der Einnahmen als Preisgeld auszahlt«, teilten die Spielerinnen und Spieler mit. Für die Teilnahme an der ersten Runde des Turniers bekommen die Spieler in diesem Jahr laut der offiziellen Wimbledon-Website 80.000 britische Pfund (knapp 93.000 Euro). Für den Turniersieg gibt es 3,6 Millionen Pfund (4,17 Millionen Euro).
Die Spieler fordern schon seit Längerem mehr Geld. Schon bei vergangenen Grand-Slam-Turnieren hatten sich die Profis eine erhebliche Erhöhung der Preisgelder gefordert. Die Weltranglistenerste Aryna Sabalenka sagte bei den diesjährigen French Open, im Fokus der Förderung stünden nicht Topspielerinnen wie sie. »Es geht um die Spieler, die in der Rangliste weiter unten stehen, die zu kämpfen haben«, sagte Sabalenka im Mai in Paris. Als Nummer eins der Welt habe sie das Gefühl, dass sie sich einsetzen und für diese Spieler kämpfen müsse. »Für Spieler aus den unteren Rängen, für Spieler, die nach Verletzungen zurückkommen, für die kommende Generation. Ich finde, unser Standpunkt ist ziemlich klar.« Die Spieler und Spielerinnen fordern vor allem, mehr Geld in den ersten Runden auszuschütten und in die Rücktrittsfonds der Spieler einzahlen, damit mehr Tennisprofis von ihrem Sport leben können.
