Donald Trump war nicht der erste amerikanische Präsident, der seinen Geburtstag größer beging. Doch es war das erste Mal, dass Männer einander zur Feier des Tages in einem Ring auf dem Rasen des Weißen Hauses blutig schlugen. Mixed-Martial-Arts-Kämpfer Bo Nickal, der erste amerikanische Sieger des Abends, sprach Trump nach seinem Kampf ein Kompliment aus. Er danke dem Präsidenten, dass er die Veranstaltung möglich gemacht habe. Trump habe „die Eier so etwas zu machen“. Dann zitierte Nickal einen Bibelvers.
Offiziell waren die Kämpfe am Sonntagabend Teil der Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit. Doch Trump ist seit Jahrzehnten Fan des Kampfsports und noch dazu ein guter Freund Dana Whites, des Präsidenten des größten MMA-Veranstalters der Welt UFC. Zu seinem 80. Geburtstag saß er in der ersten Reihe und ließ sich von den Kämpfern und seinen Gästen feiern.
Das Aufgebot war bemerkenswert: Neben Trumps Ehefrau Melania und seinen Kindern waren unter anderen auch Verteidigungsminister Pete Hegseth, Handelsminister Howard Lutnick, Gesundheitsminister Robert F. Kennedy, Vizepräsident J.D. Vance, CIA-Direktor John Ratcliffe sowie Facebook-Chef Mark Zuckerberg anwesend. Zu Beginn der Veranstaltung war außerdem eine Formation von zwölf Kampfflugzeugen über das Weiße Haus geflogen.

Trump selbst zog in Begleitung Whites mit Musik vom Weißen Haus zur knapp dreißig Meter hohen Stahlkonstruktion mit dem Kampfring, richtete das Wort aber nicht an die Öffentlichkeit. Das erste Geschenk hatte er sich da schon gemacht: die Ankündigung einer angeblichen Einigung mit Iran auf ein Ende des Krieges nach Wochen schwieriger Verhandlungen. Die Anführer in der Region hätten zum ersten Mal einen Präsidenten an ihrer Seite gehabt, „der ihnen bei einem echten Frieden helfen kann“, schrieb Trump auf seiner Plattform. Doch während der Kampfsportveranstaltung kam das Thema nicht zur Sprache.
Es war ein achtsam kuratiertes Event im Sinne Trumps, nicht nur wegen der auffälligen Bühne und der fünftausend Sitzplätze für geladene Gäste. Immer wieder brachen „USA“-Rufe aus, zwischendurch stimmten einige Gäste ein Geburtstagsständchen für den Präsidenten an. Die Kameras der ausschließlich im amerikanischen Streaming-Dienst Paramount übertragenen Veranstaltung schwenkten auf jubelnde Militärangehörige. Die, so berichtete der Sender CNN, waren zuvor nach strengen Kriterien ausgewählt worden: Wer nicht bestimmte Körpermaße vorweisen konnte, war nicht erwünscht.
Die Momente zwischen den Kämpfen waren mit politischen Botschaften gespickt. So trug der britische Kämpfer Tyson Fury eine Kappe mit einer amerikanischen und einer britischen Flagge sowie der Aufschrift: „Trump als Premierminister“. Der Kämpfer Josh Hokit schrie nach seinem Sieg ins Mikrofon, übrigens sei „Michelle Obama ein Mann“, verließ dann lachend die Bühne und überreichte dem Präsidenten seine Kette. Zum „Public Viewing“ auf dem unteren Teil des Rasens waren Zehntausende erwartet worden. Dort war das Publikum überwiegend männlich; viele trugen Amerika-Farben und Unterstützerbotschaften für Trump auf ihrer Kleidung.

Der Präsident schien zufrieden mit seinem Geburtstagsabend. Er teilte im Laufe der Veranstaltung ein Video auf seinem Truth-Social-Kanal, das die Bemerkung eines Unterstützers enthielt: „Stellt euch vor, ihr müsstet so tun, als ob das hier scheiße wäre.“ Kritik hatte Trump seit jeher abgetan. Die Kosten von 60 Millionen Dollar trägt die UFC; 700.000 Dollar soll allein die Wiederaufbereitung des Rasens auf dem Gelände des Weißen Hauses kosten.
Doch die Umbauten beschränkten sich nicht allein auf den Sitz des Präsidenten. Der Indian Treaty Room, einer der prachtvollsten Säle im nebenan gelegenen Eisenhower Building, war für den Kampf zum Umkleideraum gemacht worden. Über den Mosaikboden aus dem 19. Jahrhundert wurden Gummiplatten ausgelegt, die Spinde der Kämpfer vor den mit italienischem und französischem Marmor dekorierten Wänden aufgestellt. Die UFC schrieb zu einem Foto auf X, das sehe gewöhnlich anders aus. Aber gewöhnlich treten die Kämpfer auf ihrem Weg zum Kampfkäfig auch nicht aus dem Weißen Haus, flankiert von zwei Marinesoldaten.
