Der Raumfahrtkonzern SpaceX von Tech-Unternehmer Elon Musk
plant im US-Bundesstaat Louisiana den Bau eines Weltraumbahnhofs für seine
Starship-Raketen in Höhe von mindestens 100 Milliarden US-Dollar. Die neue Anlage soll rund 185 Kilometer
westlich von New Orleans gebaut werden. Auf dem Gelände Vermilion Parish an der Küste sollen mehr
als zwölf Starttürme entstehen, teilte SpaceX mit.
Die Bauarbeiten sollen im kommenden Jahr beginnen und mehr als 3.000 neue Arbeitsplätze schaffen. Erste Raketen könnten laut SpaceX im Jahr 2029 von dem neuen Weltraumbahnhof abheben.
Auf dem Gelände sollen
aber nicht nur Startrampen entstehen. Vielmehr soll langfristig eine gesamte
Infrastruktur für »tausende Starship-Flüge pro Jahr« errichtet werden.
Musk kündigte in seinem Onlinedienst X sogar mehr als 30 Raketenstarts täglich an. Die
Anlage würde damit zum »größten Startplatz der Erde«.
Starship ist die größte Rakete der Welt. Sie befindet sich aber noch in der Entwicklung. Derzeit testet der Konzern das lange Gefährt, das mit rund 120 Metern größer ist als die Freiheitsstatue in New York, an seinem Weltraumbahnhof Starbase im US-Bundesstaat Texas. Laut SpaceX soll die Riesenrakete irgendwann für Missionen zum Mond und zum Mars dienen.
Analysten zweifeln an Musks Zeitplan
Im Juni feierte SpaceX ein Rekordbörsendebüt.
Anfang August meldete das Unternehmen für das zweite Quartal einen Umsatzanstieg von 92 Prozent auf 7,8 Milliarden Dollar. Für seine Investitionen gab SpaceX allerdings zugleich mehr als 18 Milliarden Dollar aus. Musk ist für ehrgeizige Zielvorgaben bekannt, die sich am Ende oft verzögerten. Analysten äußerten daher
Zweifel daran, dass SpaceX seine Pläne innerhalb des angekündigten
Zeitrahmens umsetzen kann.
Die geplante Anlage in Louisiana dürfte auch wegen ihrer
möglichen Auswirkungen auf die Umwelt genau beobachtet werden. SpaceX kündigte zwar
umfangreiche Maßnahmen zum Schutz der Küste und der Tierwelt an. Louisiana ist aber
besonders stark vom Verlust von Küstenfeuchtgebieten betroffen. Am bestehenden Starship-Standort in Texas gibt es wegen nahegelegener
Schutzgebiete Widerstand von Umweltorganisationen.
