
Die gefährliche Weltkriegsbombe im Hamburger Stadtteil Bahrenfeld ist mehrere Stunden nach dem Fund entschärft worden. Das teilte die Feuerwehr am späten Abend mit. Die Sperrungen wurden aufgehoben, der Zugverkehr wieder freigegeben.
Die 500-Pfund-Bombe englischer Bauart hatte auf einer Baustelle an einer wichtigen Bahnstrecke gelegen, die Hamburg mit dem Norden und Westen Schleswig-Holsteins verbindet. Der Zugverkehr wurde erheblich gestört. Im S-Bahn- und Fernverkehr gab es zahlreiche Ausfälle.
2.500 Anwohner mussten ihre Wohnungen verlassen
Die Fundstelle lag am S-Bahnhof Diebsteich, wo der neue Bahnhof Altona gebaut wird. Für die Entschärfung mussten rund 2.500 Anwohner im Umkreis von 400 Metern ihre Wohnungen verlassen. In zwei Schulen und einer Halle wurden Notunterkünfte eingerichtet. Etwa 20.000 weitere Anwohner im Warnradius sollten sich in ihren Wohnungen von Fenstern und Glastüren fernhalten und in hintere Räume zurückziehen.
Die Bombe war mit einem chemischen Langzeitzünder versehen. Weil sie bewegt wurde, bestand nach Angaben der Feuerwehr eine akute Explosionsgefahr.
Ersatzverkehr mit Taxis und Ersatzbussen
Nach Angaben eines Bahnsprechers war auch die Verbindungsbahn zwischen dem Bahnhof Altona und dem Hauptbahnhof gesperrt. Altona ist Ausgangs- beziehungsweise Endpunkt für viele Fernzüge, die Hamburg mit Niedersachsen und dem Süden Deutschlands verbinden. Fern- und Regionalzüge aus Richtung Süden endeten den Angaben zufolge darum vorzeitig am Hauptbahnhof und in Hamburg-Harburg.
Die Deutsche Bahn richtete einen Ersatzverkehr mit Taxis für Fahrgäste der S-Bahn im Raum Altona ein. Für Fernreisende zwischen Pinneberg und Altona fuhren Ersatzbusse, hieß es.
Mehr als 80 Jahre nach Kriegsende werden in Hamburg noch immer Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt, die in den oft weichen Boden eingedrungen sind, ohne zu explodieren. Bei Bauarbeiten werden regelmäßig Sondierungen vorgenommen. Es kommt aber auch vor, dass Bomben unerwartet gefunden werden.
