Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff Hondius hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) inzwischen fünf von
acht Verdachtsfällen als offizielle Hantavirus-Fälle
bestätigt. Bei den drei übrigen handele es sich weiter um
Verdachtsfälle, die geprüft werden, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus während einer
Pressekonferenz. Zuvor hatte es drei Todesfälle aufgrund des Virus auf dem Schiff gegeben, ein Deutscher und ein niederländisches Ehepaar starben.

Wegen der Inkubationszeit von bis zu sechs Wochen, die über den Andes-Typ des Hantavirus bekannt ist, sei es möglich, dass noch weitere
bestätigte Fälle hinzukommen könnten, sagte Ghebreyesus. Obwohl es sich bei dem Ausbruch um
einen ernsthaften Vorfall handle, stufe die WHO das Gesundheitsrisiko
für die Öffentlichkeit als gering ein.

Dennoch sucht die WHO weiterhin nach Kontaktpersonen und möglicherweise Infizierten. Dies erschwert sich aktuell, da nach Angaben der Gesundheitsorganisation mindestens 29 Passagiere das Schiff ⁠bei einem Zwischenstopp auf der Insel St. Helena vor zwei Wochen verlassen haben. Eine Deutsche, die auf dem Schiff mitgefahren war, wird am Uniklinikum Düsseldorf vorsorglich untersucht, sie gilt als »Kontaktperson ohne bestätigten Nachweis einer
Hantavirus-Infektion«. Nach Angaben der spanischen Regierung sind alle verbliebenen Passagiere symptomfrei.

Das unter niederländischer Flagge fahrende Schiff mit knapp 150 Menschen
an Bord ist aktuell auf dem Weg nach Teneriffa, dort soll es am Wochenende im
Hafen von Granadilla im Süden der Insel ankommen. Das hatte die spanische Zentralregierung entschieden. Es lag zuvor tagelang
vor Kap Verde vor Anker und durfte dort nicht anlaufen, nachdem Anfang der Woche der Hantavirus-Ausbruch bekannt geworden war. Eine Übertragung des Virus zwischen Menschen ist ein neues Phänomen, mit dem Gesundheitssystem und Wissenschaft erst umgehen müssen.