Der Kodiaq iV von Škoda gehört zu den wenigen Plug-in-Hybriden, die sich nicht nur mit Wechselstrom an der heimischen Wallbox oder Straßenladestation mit frischem Strom befüllen lassen, sondern auch mit Gleichstrom. Das ist zwar teurer, aber vielleicht wird das Fahrzeug ja als Dienstwagen bewegt, und der Arbeitgeber hat eine Ladekarte spendiert. Ohnehin freuen sich Dienstwagenfahrer über die geringere Steuer. Dass die Ladeleistung für den Gleichstrom auf 50 Kilowatt begrenzt ist, stört bei einem Plug-in-Hybrid weniger als die Wechselstromlimitierung auf elf Kilowatt. Viele Wallboxen können inzwischen mehr.
Die Batterie fasst 25,7 Kilowattstunden (kWh), und selbst wenn der Bordmonitor zeigt, dass sie leer ist, stimmt das nicht. Nach dem Vollladen wurden von der Wallbox nie mehr als 23 kWh angezeigt. Mit diesen 23 kWh schafften wir bei moderater Fahrweise eine Reichweite von rund 100 Kilometern. Der Bordmonitor berechnete 108 Kilometer. Für die Fahrt lässt sich zwischen rein elektrischem Fahren und einem Hybridmodus umschalten, auch die Stärke der Rekuperation ist einstellbar.

Wer unterwegs nachladen will, sucht am einfachsten mit dem Bordmonitor nach nahe gelegenen Stationen. Deren Ladeleistung wird angezeigt und auch die Belegung der Ladepunkte. Als wir zwecks günstigen Parkens die Castillostraße in Bad Homburg mit vier Wechselstromladern ansteuerten, zeigte die Anlage vier freie Plätze. Dort angekommen, waren aber alle besetzt. Man kann sich also auf die Auskunft nicht immer verlassen.
Was die Navigation kostet
Die Navigation ist leider aufpreispflichtig, die Fahrzeugpreise beginnen bei 49.200 Euro. Serienmäßig gibt es zwar einen mittig angeordneten Zehn-Zoll-Bordmonitor, der Radioempfang und Freisprechtelefonie unterstützt. Aber die von uns erprobte Variante mit 13-Zoll-Monitor kostet einen Aufpreis von 1000 Euro, und für 500 weitere Euro ist zusätzlich ein sehr kleines Head-up-Display verbaut. Die Cockpit-Anzeige für die Darstellung von Tachometer und Drehzahlmesser ist stets digital und hat eine Diagonale von zehn Zoll.
Physische Bedienelemente gibt es nur am Lenkrad und in der Form dreier großer Drehsteller mit Innendisplay. Sie lassen sich nicht nur drehen und zeigen die zugehörige Funktionalität auf der Mini-Anzeige an, sondern auch drücken, und damit ändert sich die Funktion. Der mittlere Regler übernimmt bis zu vier Aufgaben, etwa das Einstellen der Audio-Lautstärke, der Intensität der Belüftung und der Richtung der Luftausströmer. Das alles kann man individuell programmieren. In der Praxis zeigt sich dann aber, dass man doch nicht so häufig umschaltet und die Lautstärke der HiFi-Anlage einfacher mit dem Rädchen am Lenkrad justiert.

Mit dem großen Bordmonitor kommen auch die Onlinedienste an Bord, sie sind für drei Jahre im Kaufpreis enthalten, danach ist ein Abonnement erforderlich. Das Navi hat gute Echtzeit-Verkehrsinformationen, und dankenswerterweise reagiert die Anlage schnell. Die Spracherkennung berät sich bei Bedarf mit ChatGPT und hat Humor. Auf die Frage, was sie von Audi hält, kam als Antwort: „Meine Verwandtschaft ist groß. Ich mag alle meine Geschwister.“
Der Parkassistent überzeugte uns nicht. Im gut ausgeleuchteten Parkhaus der F.A.Z. identifizierte er von vielen freien Plätzen nur sehr wenige. Nervig sind zudem die neuen Car2X-Meldungen im Infotainment. Die Warnhinweise zu liegen gebliebenen Fahrzeugen, Unfällen oder glatten Straßen kommen von anderen Teilnehmern per Schwarmintelligenz. Mehrfach wurden wir aber vor Pannenfahrzeugen gewarnt, die schon längst abgeschleppt worden waren. Auch der Hinweis „schlechter Straßenzustand erkannt, achten Sie auf Ihre Geschwindigkeit“ ist nichts, was ein mündiger Autofahrer hören muss.
