
Die Feuerwehr kommt, wenn ein Brand ausbricht, ob in einem Wohnhaus, einem Komposthaufen oder einem großen Waldgebiet. Sie eilt herbei, wenn Bäume im Starkregen stürzen. Ist da, wenn die klassische Katze im Baum kauert, ein Rehbock in den Löschteich gefallen ist, ja sogar wenn eine betagte Elefantenkuh aus eigener Kraft nicht wieder auf die Beine kommt.
Die Beispiele stammen aus Kronberg im Taunus, aber sie könnten auch aus anderen Kommunen der Region kommen. Bis auf die Elefanten-Rettung natürlich, denn diese Tierart lebt in Hessen tatsächlich nur im Opel-Zoo. Vielerorts holt die Jugendfeuerwehr im Januar die Weihnachtsbäume ab, und auch sonst sind die Freiwilligen aus dem Sozialleben in Städten und Dörfern nicht wegzudenken.
Wie ihnen danken, wie Wertschätzung zollen? Das hat sich die Stadtverordnetenversammlung in Kronberg gefragt und eine Prämie beschlossen, die jetzt erstmals an 20 Kameradinnen und Kameraden ausgezahlt worden ist, mit Beträgen zwischen 250 und 1500 Euro für „aktive und pflichttreue Dienste“ über fünf, 15, 25, 35 oder sogar 45 Jahre. Die Idee ist gut und hat sich auch schon bewährt: Hessen hat 2011, nach eigenen Angaben als erstes Bundesland, eine Anerkennungsprämie für aktive Einsatzkräfte freiwilliger Feuerwehren eingeführt. Die Beträge sind dieselben wie jetzt auch in Kronberg, werden aber in Zehnerschritten nach zehn bis 40 Jahren ausgezahlt. Feuerwehrleute in der Burgstadt können sich künftig also alle fünf Jahre über ein Dankeschön für ihre Leistung freuen.
Vielleicht folgen weitere Städte und Gemeinden dem Beispiel. Die Kronberger Stadtkasse ist besser gefüllt als die anderer Kommunen. Gleichzeitig sind die Prämien im Vergleich zu manch anderen Ausgaben, die sich Gemeinden leisten, nicht so hoch, dass sie Löcher in den Haushalt rissen. Und sie sind eine Investition in ein wesentliches Element des Zusammenlebens: das Ehrenamt, das die kommunale Pflichtaufgabe des Brandschutzes in weiten Teilen Deutschlands mit Elan übernimmt und oft sogar mit Spaß. Über Wertschätzung mit und ohne Prämien hinaus brauchen Feuerwehren moderne Häuser und eine Ausrüstung, die auf Herausforderungen des Klimawandels und Ereignisse wie die Waldbrände in jüngster Zeit im Taunus zugeschnitten ist. Diese Mammutaufgabe stellt sich zurzeit in vielen Kommunen – denen mit und ohne Elefanten.
