
Die AfD hat ihren Höhenflug bei den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin fortgesetzt. Sie hat aber in beiden Ländern keine realistische Aussicht, die Regierung anzuführen. Nach den ersten Prognosen wird die bisherige Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) im Amt bleiben können. In Berlin zeichnet sich dagegen ab, dass erstmals die Linkspartei als stärkste Kraft aus der Wahl hervorgehen könnte. Spitzenkandidatin Elif Eralp müsste eine Koalition mit Grünen und SPD schmieden, um die Stadt als Regierende Bürgermeisterin regieren zu können.
Im Nordosten fuhren die Sozialdemokraten nach den Prognosen nur leichte Verluste ein; im Jahr 2021 hatten sie 39,6 Prozent erreicht. Sie hatten sich zuletzt ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der AfD geliefert, die ihren großen Erfolg aus der Wahl in Sachsen-Anhalt Anfang September auch in Mecklenburg-Vorpommern fortsetzen wollte. Dies gelang ihr, sie konnte ihr Ergebnis von 2021 mehr als verdoppeln. CDU und Grüne mussten den ersten Prognosen zufolge noch um den Einzug in den Schweriner Landtag bangen.
In der Hauptstadt landete die Linkspartei ersten Prognosen zufolge knapp vor der CDU, die im Vergleich zur Wahl im Jahr 2023 einige Prozentpunkte verlor. Der Linkspartei gelang es, ihr Ergebnis aus der vorangegangenen Wahl fast zu verdoppeln. Sie war damals auf 12,2 Prozent gekommen. Die AfD konnte ihr Ergebnis von 2023 deutlich verbessern, damals war sie auf 9,1 Prozent gekommen. Unklar war zunächst noch, ob sie hinter der CDU auf Platz drei landen würde oder ob die Grünen noch an ihr vorbeiziehen würden. Die Grünen waren 2023 auf 18,4 Prozent gekommen, und mussten den Prognosen zufolge nur leichte Verluste hinnehmen. Die SPD stürzte ab und landete auf Platz fünf.
Bei beiden Landtagswahlen hatte sich schon nachmittags eine höhere Beteiligung abgezeichnet. Im Nordosten gaben bis 14 Uhr 40,7 Prozent der rund 1,3 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme ab, wie Landeswahlleiter Christian Boden am Sonntag mitteilte. Bei der Landtagswahl 2021 seien es zu diesem Zeitpunkt 32,5 Prozent gewesen.
In Berlin lag die Wahlbeteiligung bis 12 Uhr nach Angaben des Landeswahlleiters Stephan Bröchler bei 27,9 Prozent und damit über dem Vergleichswert von 23,4 Prozent bei der Wahl 2023. In der Hauptstadt waren rund 2,5 Millionen Menschen aufgerufen, ein neues Abgeordnetenhaus zu wählen. Die Wahlbeteiligung in Berlin lag bis 16 Uhr bei 58,2 Prozent und damit deutlich über dem Vergleichswert von 48,8 Prozent bei der Abgeordnetenhauswahl von 2023, wie der Landeswahlleiter Stephan Bröchler mitteilte.
