Angesichts von Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hannover und Hausdurchsuchungen bei ihm hat der Berliner SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach den Verdacht der Bereicherung von sich gewiesen. Er habe niemals privat Geld angenommen, sagte der 47-Jährige vor Journalisten in der Berliner SPD-Parteizentrale. »Und ich habe auch niemals als SPD-Vorsitzender hier in Berlin eine Spende angenommen.«
Zu dem fraglichen Vergabeverfahren für ein Klinikgelände in der Region Hannover, wo er als Regionspräsident tätig ist und für den Berliner Wahlkampf beurlaubt wurde, sagte Krach, letztendlich habe nicht der von ihm favorisierte Bewerber den Zuschlag bekommen. An den Vertragsverhandlungen sei er aber nie direkt beteiligt gewesen.
Krach gab zu, den Unternehmer, der nicht den Zuschlag bekommen hatte und von dem die Spende kam, gekannt zu haben. Während des Vergabeverfahrens habe er aber keinen Kontakt mit ihm gehabt und er habe auch nicht mit ihm über Spenden gesprochen. Sein Ziel sei es gewesen, eine bessere Gesundheitsversorgung an dem Standort zu verwirklichen.
»Ich habe nichts zu verbergen«
Krach betonte, dass er keine Spende von dem fraglichen Unternehmen angenommen habe und dass ihn der Vorwurf der Bereicherung sehr treffe. Er wolle alles tun, um den Fall aufzuklären. »Ich habe nichts zu verbergen.« Nicht äußern wollte er sich zur Verhältnismäßigkeit und zum Zeitpunkt der Durchsuchung seines Hauses durch Polizei und Staatsanwaltschaft. Diese fand elf Tage vor der Wahl in Berlin und vier Tage vor den Kommunalwahlen in Niedersachsen statt. Krach betonte, er habe nicht gewusst, dass gegen ihn ermittelt wird.
Sein kleiner Sohn habe die Razzia miterleben müssen, sagte Krach sichtlich bewegt. »Wenn da auf einmal acht bis neun Leute die gesamte Wohnung durchsuchen, dann macht das was mit kleinen Kindern. Meinem vierjährigen Sohn haben wir jetzt gesagt, das waren die Polizeiputzkräfte, die dort vor Ort waren und für Ordnung gesorgt haben.«
»Weiter Wahlkampf machen«
Krach will ungeachtet der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hannover gegen ihn weiter Wahlkampf machen. »Ich werde weiter kämpfen um jede Stimme für die SPD«, sagte er. Gleichzeitig räumte er negative Auswirkungen auf seinen Wahlkampf ein.
Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen Krach, sie äußerte sich selbst aber nicht zu konkreten Vorwürfen und verwies auf die Unschuldsvermutung. Sie hatte mehrere Objekte in Hannover und Berlin durchsucht.
