Die AfD-Spitze hat sich vom Auftreten eines parteinahen Streamers bei ihrer Wahlparty in Magdeburg am vergangenen Wochenende distanziert und Konsequenzen angekündigt. «Beleidigungen und verbales Bedrängen verbieten sich für Medienschaffende. Das gilt natürlich auch und gerade gegenüber Vertretern anderer Medien», erklärten die Parteivorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla in einer Pressemitteilung.
Die AfD werde Verstöße gegen diesen Grundsatz bei künftigen Parteiveranstaltungen nicht tolerieren. Über das weitere Vorgehen wolle man sich in der nächsten Sitzung des AfD-Bundesvorstandes im Detail abstimmen.In der Mitteilung werden keine Namen genannt. Es heißt lediglich, im Nachgang zur Wahlparty seien Videos veröffentlicht worden, die auch innerhalb der AfD für Irritationen gesorgt hätten. «Sie zeigen mindestens einen akkreditierten “Streamer”, der andere Medienvertreter verbal aggressiv angeht.»
«Aktivist Mann» – «AfD-Wähler der 1. Stunde»
In Parteikreisen wurde auf Nachfrage bestätigt, dass es um einen Streamer geht, der unter dem Namen «Aktivist Mann» auftritt und sich in einem X-Post als «AfD-Wähler der 1. Stunde» bezeichnet. Er hatte auch während des AfD-Wahlkampfs von vielen Veranstaltungen live gestreamt und dabei immer wieder anwesende Journalisten ins Visier genommen.
Über die Distanzierung der Parteispitze von ihm hatte zunächst das Portal «The Pioneer» berichtet. Der AfD-Bundestagsabgeordnete und verteidigungspolitische Sprecher der Fraktion, Jan Nolte, schrieb dazu auf X, er könne dies nur unterstützen. Der Streamer sei auch in dem Hotel in Magdeburg, in dem die Wahlparty ihren Ausklang gefunden habe, «extrem unangenehm» aufgefallen. Er habe versucht Hintergrundgespräche mit Journalisten mitzufilmen, «ging jedem auf die Nerven und laberte die Leute extrem peinlich voll. Sehr unangenehm, wenn so jemand mit der AfD in Zusammenhang gebracht wird. Wir sind auch auf solche Leute keineswegs angewiesen».
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