Bei einer AfD-Regierung könnte Sachsen-Anhalt laut dem Wirtschaftexperten Reint Gropp ein Rückgang des Wirtschaftswachstums drohen. «Fremdenfeindliche Politik ist schlecht für die Wirtschaft. Vorläufige Schätzungen zeigen, dass das Wirtschaftswachstum in Sachsen-Anhalt um etwa ein halbes bis ein Prozent pro Jahr sinken könnte», sagte der Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) der «Süddeutschen Zeitung».
Wachstum durch Zuwanderung
Das derzeitige Wirtschaftswachstum in Sachsen-Anhalt kommt demnach durch Zuwanderung zustande. Die Zahl deutscher Beschäftigter sei rückläufig. «Wir können den Mehrwert, den Zuwanderer kreieren, nach bestimmten Jobs und Branchen sortieren», erläuterte Gropp. «Dieser Mehrwert würde dann wegfallen.» Betroffen seien viele Branchen. Hoch sei der Anteil ausländischer Beschäftigter mit 33 bis 40 Prozent in der Lebensmittelherstellung, im Baugewerbe, in der Gastronomie und in der Logistik.
Gropp rechnet mit weniger Zuwanderung
Das IWH hat die Entwicklungen in anderen Regionen untersucht, in denen rechtsextreme Parteien an die Macht kamen, darunter Sonnenberg in Thüringen mit einem AfD-Landrat, Großbritannien nach dem Brexit und norditalienische Gemeinden, die von der Lega Nord regiert werden. «In den von uns untersuchten Gegenden hat die Zuwanderung abgenommen», sagte Gropp. «So etwas können wir dann auch in Sachsen-Anhalt erwarten.»
In Sachsen-Anhalt wird in zwei Wochen ein neuer Landtag gewählt. In Umfragen lag die AfD zuletzt deutlich vor der CDU. Die Koalition aus CDU, SPD und FDP könnte ihre Mehrheit im September verlieren. Die AfD strebt eine Alleinregierung an.
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