In Berlin ist ein Mensch an den Folgen einer Vibrionen-Infektion gestorben. Seit Jahresbeginn seien in der Hauptstadt zudem zwei weitere Infektionen registriert worden, teilte das Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) mit. Alle drei Infizierten seien älter als 75 Jahre gewesen und hätten damit zur Risikogruppe gehört.
Die gestorbene Person hielt sich demnach vor Einsetzen der Symptome in Mecklenburg-Vorpommern an der Ostsee auf. Auch einer der beiden anderen Infizierten befand sich vor Beginn der Erkrankung in dem Bundesland. Das Lageso geht davon aus, dass es durch Wund- oder Hautkontakt mit Meer- beziehungsweise Brackwasser zu den Infektionen gekommen sei. Bei allen drei Betroffenen lag demnach eine Wundinfektion vor.
Vibrionen sind Bakterien, die in Süß-, Brack- und Salzwasser vorkommen. Insbesondere sogenannte Nicht-Cholera-Vibrionen können sich bei Wassertemperaturen von mehr als 20 Grad und mit einem Salzgehalt zwischen 0,5 und 2,5 Prozent verstärkt vermehren und sich in den Sommermonaten in Küstengewässern anreichern. Die Ostsee ist aufgrund ihres niedrigen Salzgehalts besonders betroffen.
RKI verzeichnet bundesweiten Anstieg von Infektionen
Die diesjährige Vibrionen-Saison begann nach Lageso-Angaben bedingt durch hohe Temperaturen besonders früh. Im vergangenen Jahr habe es zum selben Zeitpunkt erst eine Infektion gegeben.
Bundesweit hat das Robert Koch-Institut (RKI) seit Jahresbeginn 17 Fälle erfasst, von denen zwei tödlich endeten. Bei beiden Todesfällen handle es sich um »hochaltrige« Menschen, teilte das Institut mit. Die 17 Betroffenen seien zwischen 3 und 95 Jahren alt, das Medianalter liege bei 70.
Angaben zu Vorerkrankungen und offenen Wunden machte das RKI wegen unvollständiger Daten nicht. Neben hohem Alter fallen offene Wunden, Immunschwäche, Diabetes sowie Leber- und Herzerkrankungen unter die Risikofaktoren. Infektionen durch Vibrionen gelten unter anderem wegen deren schnell fortschreitendem Verlauf als gefährlich: Binnen kurzer Zeit können sie zu Zerstörungen des Gewebes führen, bereits eine geringe Anzahl von Bakterien genügt dafür.
Auch das RKI sprach von einem deutlichen Anstieg der Fälle gegenüber den Vorjahren. So habe man bis zum 12. Juli bereits 14 Fälle gezählt. 2025 seien es zum selben Zeitpunkt vier Infektionen, im Vorjahr neun und 2023 nur eine Infektion gewesen.
