Wer im November nach Seoul reist, rechnet mit schneidendem Wind und dampfenden Suppen. Und doch hatte ich bei meinem Besuch etwas anderes auf meiner »Muss-ich-unbedingt-essen-Liste!«, nämlich eine Schüssel eiskalte Nudeln. Also flüchtete ich an einem frostigen Herbstabend in eine kleine Nudel-Bar, zeigte auf die Karte und schlürfte kurz darauf mein erstes Makguksu.

In Korea, erklärte mir die Kellnerin, sei der eiskalte Nudelteller eine eigene Philosophie und Makguksu ihre ehrlichste Form. Die Wurzeln lägen in den kargen Bergen im Norden. Auf den steilen Hängen wuchs kaum Reis, aber Buchweizen. Das Wort »mak« bedeutet sinngemäß »gerade eben« oder »ohne Umstände«. Das passt sehr gut zu diesem Gericht, denn es ist schnell zubereitet und ohne Schnörkel.