Wunder geschehen in Venezuela – unglaubliche, kleine Geschichten, die trotz allem ein wenig Hoffnung machen. Fast zwei Tage nach den beiden gewaltigen Erdbeben, die das Land am 24. Juni im Abstand von 39 Sekunden erschütterten, wurden eine Mutter und ihr 18
Tage altes Baby

in der nördlichen Küstenregion La Guaira lebendig aus den Trümmern ihres Wohnhauses geborgen. Vier Tage später entdeckten Rettungsleute aus Jordanien in einem anderen kollabierten Gebäude

einen
dreijährigen Jungen, der ebenfalls noch lebte. Er hatte ein paar Kratzer an den Armen und Beinen, mehr nicht. Am vergangenen Donnerstag, acht Tage nach der Katastrophe, war eigentlich kaum noch mit Überlebenden zu rechnen. Doch in einer extrem komplizierten, riskanten Rettungsaktion, an der unter anderem Teams aus Costa Rica, Chile, Mexiko, den USA und Portugal beteiligt waren, konnte der 43-jährige
Nachtwächter Hernán Alberto Gil Flores aus seiner Pförtnerloge befreit werden. Die hatte ihm das Leben gerettet, als um ihn herum ein ganzes Einkaufszentrum eingestürzt war.