US-Präsident Donald Trump hat während seines ersten Wahlkampfauftritts vor den Kongresswahlen Zweifel an seinem Einsatz für die Republikaner zurückgewiesen. Während einer Rede vor Mitarbeitern eines Lastwagenherstellers im texanischen Denton schwor er seine Partei trotz sinkender Zustimmungswerte zuversichtlich auf die Wahlen am 3. November ein. Zugleich ließ er erkennen, dass er sich seiner seit längerem schlechten Beliebtheitswerte bewusst ist.
Zwar pries Trump wie üblich seine eigene Politik, sagte aber gleichzeitig, dass die Öffentlichkeitsarbeit schlecht laufe. Man leiste »phänomenale Arbeit«, präsentiere diese aber vielleicht nicht gut, sagte der US-Präsident. »Vielleicht machen wir einen schlechten Job dabei, das zu verkaufen.«
Er versprach in Texas außerdem, er werde sich ab sofort voll auf den Wahlkampf konzentrieren: »Ich bin mit ganzem Herzen dabei – mehr denn je«, sagte der Republikaner. »Ich glaube, wir werden gewinnen.« Bereits vor dem Auftritt hatte Trump zu Reportern gesagt, dass er in den verbleibenden Wochen vor den sogenannten Midterms im ganzen Land Wahlkampf betreiben werde. Direkt nach dem Besuch in Denton reiste er in den US-Bundesstaat Oklahoma. Von dort führt ihn die 32-tägige Wahlkampfoffensive weiter nach Alabama, Ohio und Nebraska. Vizepräsident JD Vance war am Donnerstag bei einer Wahlkampfveranstaltung in Florida.
CNN erneut ausgeschlossen
Den US-Nachrichtensender CNN hatte das Weiße Haus am Donnerstag erneut von Trumps Reise ausgeschlossen. Im Fernsehpool, in dem sich der Sender mit ABC, CBS, Fox News und NBC bei Terminen abwechselt und den anderen die Aufnahmen zur Verfügung stellt, wäre CNN am Donnerstag an der Reihe gewesen, wurde aber nicht zugelassen. Aus Solidarität übernahm keiner der anderen Sender den freigewordenen Platz.
Mitte September hatte Trump CNN, MS NOW und Politico überraschend den Zugang zum Weißen Haus verboten. Ein Richter ordnete daraufhin in einer einstweiligen Verfügung an, dass den Medienhäusern der Zutritt zum Weißen Haus zunächst wieder gestattet werden müsse. Dennoch durfte CNN den Präsidenten vergangene Woche nicht als Vertreter des Fernsehpools auf einer Reise begleiten.
Texas wählt traditionell republikanisch, doch diesmal ist der Ausgang ungewiss
Am 3. November wählen die Amerikanerinnen und Amerikaner bei den Zwischenwahlen bzw. Midterms rund ein Drittel der Senatorinnen und Senatoren neu sowie das gesamte Repräsentantenhaus. Derzeit halten Trumps Republikaner eine knappe Mehrheit in beiden Kongresskammern. Seine Politik ist allerdings laut Umfragen unter anderem nach den Spritpreiserhöhungen als Folge des Irankrieges im eigenen Land zunehmend unbeliebt.
Sowohl in Texas als auch in Oklahoma sprach Trump immer wieder über den Republikaner Ken Paxton. Der vom US-Präsidenten unterstützte Kandidat will in Texas in den Senat einziehen – doch der Sieg ist ihm keineswegs gewiss. Die Demokraten machen sich Hoffnungen, mit ihrem 37-jährigen Kandidaten James Talarico den Republikanern den Sitz abzunehmen.
Um seine Anhängerschaft zu mobilisieren, wiederholte Trump auch in Oklahoma einen Satz, den er bereits zuvor zum Kernelement seine Midtermsbotschaft gemacht hatte: »Tut bitte so, als würde ich kandidieren.« Wenn sein Name nicht auf dem Stimmzettel stehe, würden die Leute nicht so zahlreich wählen gehen, begründete er sein Kalkül.
