Die Bundesregierung hat das Übernahmeangebot der UniCredit für die Commerzbank deutlich zurückgewiesen. Der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille sagte in Berlin, das Vorgehen der italienischen Bank werde von der Bundesregierung als »völlig unangebracht und unfair« bewertet.
Auch aus dem Bundesfinanzministerium kam Kritik. Ein Sprecher sagte, die Regierung unterstütze die Strategie der Eigenständigkeit der Commerzbank. »Eine feindliche, aggressive Übernahme« sei insbesondere deshalb nicht hinnehmbar, weil es sich bei der Commerzbank um ein systemrelevantes Institut handle. Vorstand und Aufsichtsrat der Bank wollten das Angebot nun prüfen und anschließend eine Empfehlung an die Aktionärinnen und Aktionäre aussprechen.
Nach Angaben des Ministeriums kommt der Commerzbank eine wichtige Funktion für die »Finanzierung der deutschen Wirtschaft und des deutschen Mittelstands« zu. Zudem sei sie ein bedeutender Arbeitgeber und ein zentraler Pfeiler des Finanzplatzes Frankfurt. Diese Rolle müsse auch künftig gesichert bleiben.
Auf die Frage, ob der Bund seinen Anteil an der Bank erhöhen könnte, wollte der Sprecher nicht näher eingehen und verwies darauf, dass man sich zu hypothetischen Szenarien nicht äußere. Der Staat hält derzeit noch rund 12 Prozent der Commerzbank-Anteile.
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