Ausgelöst durch die Epstein-Files, geht es in den Debatten über sexualisierte Gewalt nun auch stärker um Kinder. Die australische Philosophin und Autorin Kate Manne zeigt, wie hartnäckig sich misogyne Muster halten – und wie symptomatisch selbst scheinbar extreme Missbrauchsfälle sind.
DIE ZEIT: In den vergangenen Monaten war es kaum möglich, Nachrichten über sexualisierte Gewalt auszuweichen. Wie haben Sie diese Wochen erlebt?
Kate Manne: Einerseits fühlt sich das Verfolgen dieser Nachrichten sehr düster an. Die Namen Epstein und Pelicot haben im Januar und Februar die Schlagzeilen dominiert. Gleichzeitig erlebe ich sie aber auch als einen hoffnungsvollen Moment, weil Menschen sich einer Realität stellen, die wir oft schlicht verdrängen. Wenngleich die zugrunde liegenden Realitäten sehr verstörend sind, sehe ich darin also auch eine gute Entwicklung.
