Unternehmen in Deutschland bewerten die Demokratie als Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg, sehen sie aber unter Druck. Vor allem der Vertrauensverlust in Institutionen, die
gesellschaftliche Polarisierung und die wirtschaftliche Schwäche bereiten den Betrieben Sorgen, wie eine Umfrage der Bertelsmann Stiftung, des Instituts der deutschen
Wirtschaft (IW) und der Universität St. Gallen unter gut 900 Betrieben
zeigt.
Besonders Polarisierungen in der Gesellschaft machen sich demnach bei rund 30
Prozent der Unternehmen bemerkbar und belasten das Betriebsklima. Auch nahmen mehr als 90 Prozent der Befragten Vertrauensverlust als
Gefahr wahr. Gleichzeitig betrachten 93 Prozent die Demokratie als wichtigen Faktor für den Standort Deutschland, mit den Vorteilen rund um Rechtsstaatlichkeit, Planungssicherheit und unternehmerische Freiheit.
»Gesellschaftliche Spannungen machen vor Werkstoren nicht halt«, sagte Dominik Hierlemann von der Bertelsmann Stiftung. »Doch die große Mehrheit der Unternehmen kann damit gut umgehen. Sie stabilisieren die Demokratie«, sagte er weiter.
Die meisten Firmen engagieren sich der Studie zufolge bereits, allerdings meist nach innen. So hätten mehr als die Hälfte demokratische Werte im Unternehmensleitbild verankert. Dass sie nicht mehr tun, liegt demnach weniger an der Angst vor Gegenwind als an zu wenig Budget und Zweifeln an der Wirkung, heißt es in der Studie. »Die Bereitschaft zum Demokratieengagement ist da«, sagte Matthias Diermeier vom IW. »Was oft fehlt, sind Zeit, Ressourcen und Klarheit darüber, was im Alltag tatsächlich wirksam ist.«
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