
Er danke Swyrydenko für ihre Arbeit und habe ihr eine neue Aufgabe in den Beziehungen zu einem Schlüsselpartner angeboten, teilte Selenskyj am Sonntagnachmittag in den sozialen Medien mit. Er erwarte, dass das Parlament Änderungen in der Regierung zustimme, schrieb Selenskyj weiter. Swyrydenko hatte den Regierungsvorsitz erst vor einem Jahr übernommen.
Das Portal „Ukrainska Prawda“ nennt mit Verweis auf Quellen in der Regierung vier Personen, die als Nachfolger Swyrydenkos infrage kommen: Energieminister Denys Schmyhal (der von 2020 bis 2025 schon mal der Regierungsspitze stand), Verteidigungsminister Mychhajlo Fedorow, den Leiter des Energiekonzerens Naftogaz, Serhij Koretskyi, und den Bürgermeister von Charkiw, Ihor Terechhow.
Swyrydenko bestätigte in den sozialen Medien ihre Ablösung. Es sei ihr eine Ehre gewesen, die Regierung in dieser schwierigen Zeit zu führen, schrieb sie. Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen die von Russland betriebene Invasion. Sie sei bereit, dem Land in anderer Funktion auch weiter zu dienen, machte sie deutlich.
Selenskyj begründete sein Vorgehen mit einer „überarbeiteten politischen Strategie“. Es gebe „neue Herausforderungen und neue Aufgaben“, so Selenskyj. Konkret sprach er von der Vorbereitung auf einen weiteren Winter mit russischen Angriffen, der Umstrukturierung staatlicher Unternehmen und der Lage in den Front- und Grenzgebieten.
Ebenso kündigte der Präsident Veränderungen in der Führung der Strafverfolgungsbehörden an. In den vergangenen Monaten wurde das Vertrauen in den ukrainischen Staat unter anderem durch Korruptionsermittlungen bis in höchste Regierungskreise hinein erschüttert.
Die geplanten Änderungen sollen auch die Außenpolitik betreffen. „Für jeden vorrangigen außenpolitischen Bereich wird eine bestimmte Person mit umfangreicher Erfahrung verantwortlich sein, die in der Lage ist, das umzusetzen, worauf wir uns auf der Ebene der Staats- und Regierungschefs einigen und was das ukrainische Volk erwartet, schrieb Selenskyj.
Der ukrainische Präsident erwähnte unter anderem die Herstellung amerikanischer Patriot-Raketen in Lizenz, das Ziel einer EU-Mitgliedschaft und die Beziehungen zu Nachbarstaaten wie Polen.
