
Die Safe Driver Group, die eng mit Uber zusammenarbeitet und mit der Übernahme der größten Frankfurter Taxizentrale viel Aufsehen erregt hat, will dem Taxigewerbe neues Leben einhauchen. Frankfurt ist das Testfeld dafür. Im Gespräch mit der F.A.Z. hat Geschäftsführer Thomas Mohnke jetzt erklärt, was er vorhat. Das Taxi müsse sich beim Service neu erfinden, sagt Mohnke. Dazu zählt er Fahrer, die ihre Gäste mit schwerem Gepäck zum Bahnsteig begleiten. Zudem günstigere Tarife in weniger gefragten Zeiten.
Aus Verbrauchersicht ist das nur zu loben. Natürlich gibt es freundliche Fahrer, die, wenn der Kunde danach fragt, auch ohne offiziellen Auftrag und gegen ein Trinkgeld hoffentlich helfen. Doch die Sicherheit, dass dem so ist, hat der Kunde nicht. Insofern hat Mohnke recht, wenn er annimmt, dass mit der Möglichkeit, solche Zusatzleistungen verbindlich zu buchen, auch die Zahlungsbereitschaft steigt. Zum Erfolgsrezept des Fahrtenvermittlers Uber zählt ja gerade, dass er seinen Kunden eine App anbietet, die einfach zu bedienen, verlässlich und preislich transparent ist.
Unternehmen sollten mehr ausprobieren
Hilfe beim Verreisen ist allerdings nur eines von mehreren Servicethemen, bei denen Bedarf herrscht. Wie hilfreich wäre es für viele Menschen, wenn ihnen ein Fahrer die Einkäufe – bei Onlinebestellungen ist das die Regel – in die Wohnung tragen oder sie die Treppe in die Arztpraxis hinaufbegleiten könnte. Wer ältere Personen in seinem Umfeld hat, weiß, wo es im Alltag klemmt.
Schon ein kurzer Stromausfall oder eine andere technische Störung kann für die betagten Eltern eine kleine Katastrophe sein. Weil dann zum Beispiel die Uhrzeit am Küchenherd, die Orientierung gibt, nicht mehr stimmt. Weil die Fernsehprogramme womöglich durcheinander sind und auch das Festnetztelefon neu eingestellt werden muss. Dass Kinder oder Enkel in der Nähe sind und Zeit haben, ist oft nicht der Fall. Im schlimmsten Fall sind die Eltern, weil sie das Mobiltelefon nicht mehr bedienen können, dann nicht mehr zu erreichen.
Mit Glück gibt es einen netten und technisch versierten Nachbarn, den die Kinder anrufen und um Hilfe bitten können. Aber das kann, wenn es öfter vorkommt, unangenehm sein. Wie gut ist es, wenn es noch ein Elektronikfachgeschäft am Ort gibt, das einen Auszubildenden vorbeischickt, der nach dem Rechten sieht. Oder der dabei hilft, das neue Handy einzurichten. Natürlich gegen Gebühr.
Für solche Dienstleistungen wird es in Zukunft in einer immer älter werdenden Gesellschaft und mit immer mehr Alleinlebenden deutlich mehr Bedarf geben als bisher. Die Unternehmen sollten sich darauf einstellen und mehr ausprobieren. Umgekehrt müssen sich Verbraucher bewusst sein, dass es Dienstleistungen im Alltag nicht gratis gibt.
