Ein Mensch ist auch nur eine Stadt. Er verändert sich, ohne je ganz loszuwerden, was vorher gewesen ist. Zwar war es Sigmund Freud, der einst über die Stadt »als physisches Wesen« nachgedacht hat, es hätte aber auch die Berliner Rapperin Ebow sein können. Auf ihrem neuen Album Typologie eines Lebens stellt sie sich ihr eigenes Leben als Stadt vor, der Titel geht zurück auf eine Übung aus ihrer Unizeit. Die studierte Architektin, 1990 geboren als Ebru Düzgün, sollte mit ihren Kommilitonen damals eine Stadt erfassen, indem sie darin wiederkehrende Dinge sammeln: Blumen und Pflanzen, Straßenschilder oder Cafés. Am Ende sahen die Mappen völlig verschieden aus und vermittelten doch ein ähnliches Gefühl für denselben Ort.
