
Die amerikanische Fluggesellschaft Spirit Airlines ist in den USA bekannt für günstige Flüge, billige Witze und ihren finanziellen Zusammenbruch. Doch nun hat Präsident Donald Trump eine staatliche Rettung in Aussicht gestellt. In dieser Woche waren Vertreter des angeschlagenen Billigfliegers in Verhandlungen mit staatlichen Stellen über eine Finanzspritze getreten. „Wir denken darüber nach, ihnen zu helfen, also sie herauszuhauen – oder sie zu kaufen. Ich glaube, wir würden sie einfach kaufen“, sagte Trump am Donnerstag im Oval Office. Die Flugzeuge und Vermögenswerte von Spirit seien gut, sagte er, und die Regierung könne das Unternehmen mit Gewinn verkaufen, sobald der Ölpreis falle.
„Ich würde diese Arbeitsplätze gern retten“, sagte Trump. „Ich würde gern eine Fluggesellschaft retten.“ Bisher war die Rede von einem staatlichen Darlehen, das in eine Beteiligung an der Gesellschaft umgewandelt werden könnte. Das Unternehmen ist ein schwerer Fall: Es beantragte im November 2024 Gläubigerschutz nach Chapter 11 und verließ das Insolvenzverfahren nach einer finanziellen Restrukturierung im März vergangenen Jahres, um im August abermals Insolvenz anzumelden. Die sich anschließende Restrukturierung geriet ins Wanken, weil wegen des Irankriegs die Kerosinkosten stark stiegen.
14.000 Arbeitsplätze bedroht
Handelsminister Howard Lutnick ist nach Informationen des „Wall Street Journals“ der wichtigste Befürworter des Spirit-Deals. Er sieht darin offenbar die Möglichkeit, Trump einen politischen Erfolg zu verschaffen, indem die rund 14.000 Arbeitsplätze der Airline erhalten werden.
Anleihegläubiger sehen die Entwicklung dagegen kritisch: Sie fürchten, dass ein Staatseinstieg die Wahrscheinlichkeit senkt, dass sie ihr Geld zurückbekommen. Auch republikanische Politiker äußerten sich ablehnend. Der Trump gewogene Wirtschaftsberater Stephen Moore schrieb auf der Plattform X: „Wie kann eine bankrotte Regierung eine bankrotte Fluggesellschaft retten?“ Trump solle Nein zum Ansinnen sagen.
Trump hat Erfahrungen mit Airlines – nicht nur gute
Trump selbst sagte, er habe schon jemanden im Kopf, der das Unternehmen führen könnte, nannte aber keine Namen. Dass Trump eine Neigung zu dem Metier hat, weiß man seit den Achtzigerjahren. Damals übernahm er von Pan Am und Eastern Air Lines einen Ostküsten-Shuttleservice.
Trump Shuttle wurde 1988 gestartet, begleitet von dem Versprechen, „das beste Verkehrssystem jeglicher Art in der ganzen Welt“ zu schaffen. Es klappte nicht. Im September 1990 verpasste Trump eine Zinszahlung über 1,1 Millionen Dollar. Die Kredite wurden fällig gestellt, das Eigentum an der Fluggesellschaft ging auf die Banken über, die sie schließlich an die US Airways Group verkauften. Trump behauptete später, er habe mit dem Deal ein gutes Geschäft gemacht.
