Nach fünf Tagen Landgang in Thailand haben die 5.000 Matrosen und Marinesoldaten des US-Flugzeugträgers »USS Abraham Lincoln« wieder abgelegt. Der in die Negativschlagzeilen geratene Flugzeugträger verließ gegen 11 Uhr Ortszeit den im Süden des Landes gelegenen Hafen von Laem Chabang, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Die Besatzung hatte sich nach fast zehn Monaten auf See ein paar Tage in Stadt Pattaya verbracht.
US-Medien hatten zuvor berichtet, dass die Besatzung unter einem Mangel an Lebensmitteln, defekten sanitären Anlagen und fehlenden Hygiene-Artikeln litt. Es habe eine große psychische Belastung für die Besatzungsmitglieder und sogar Suizidversuche gegeben, hieß es in den Berichten.
Streit zwischen Besatzungsmitgliedern
Die thailändische Polizei mobilisierte zahlreiche Einsatzkräfte, die während des Landgangs der Matrosen für Sicherheit sorgen sollten. Nach Angaben der Polizei verlief der Aufenthalt ohne größere Zwischenfälle. »Alles ist gut gelaufen«, sagte Pattayas Polizeichef Anek Srathongyoo. »Es gab keine Festnahmen oder Streitigkeiten, außer am ersten Tag, als Amerikaner untereinander eine Auseinandersetzung hatten.« Die US-Marine schickte zwei Seeleute zurück auf die »Lincoln«, die in der Nähe von Pattayas Ausgehviertel Walking Street aneinander geraten waren.
Der Bürgermeister von Pattaya, Poramase Ngampiches, freute sich über Einnahmen in Höhe von geschätzt drei Millionen US-Dollar durch den Landgang. Zudem habe die Stadt davon profitiert, »dass andere Güter wie etwa Zahnpasta im Wert von Millionen Baht an das Schiff verkauft wurden«, sagte Poramase der AFP.
»Lincoln« seit November 2025 auf See
Der Flugzeugträger war im November 2025 vom kalifornischen San Diego ausgelaufen, um im Südchinesischen Meer stationiert zu werden. Noch vor Beginn des Irankrieges Ende Februar wurde er in die Krisenregion beordert. Die Berichte über die schlechten Bedingungen an Bord hatten die Kritik in den USA an dem Einsatz noch verschärft.
Pattaya wurde im Vietnamkrieg von US-Soldaten als Erholungsort genutzt und entwickelte sich in der Folge zu einem Magneten für Touristen aus aller Welt. Besonders beliebt sind die Strände und das Nachtleben. Die Stadt ist auch für ihren Sextourismus berüchtigt.
