Die Sprengung der maroden Talbrücke Ottfingen in Nordrhein-Westfalen ist erst im zweiten Versuch geglückt. Beim ersten Sprengversuch der bei Wenden gelegenen Autobahnbrücke an der A45 blieb zunächst ein Teil trotz erfolgreicher Detonation der Sprengsätze stehen. Im zweiten Versuch stürzten die verbliebenen Betonpfeiler des Bauwerks dann wie geplant ein.
Die Panne beim ersten Sprengversuch führte dazu, dass die Sperrung der A45 im betroffenen Bereich länger dauerte als eigentlich geplant. Der Verkehr, der eigentlich Sonntagmittag freigegeben werden sollte, lief auch am Sonntagnachmittag zunächst noch nicht an.
Eine Sprecherin der zuständigen Autobahngesellschaft des Bundes sagte, zunächst müsse routinemäßig die Standfestigkeit des nicht von der Sprengung betroffenen benachbarten Brückenbaus geprüft werden. Die Ursache für die im ersten Versuch nicht vollständig gelungene Sprengung stehe noch nicht fest. Dies müsse nun geprüft werden.
Brückenneubau geplant
Die Sprengung war wochenlang vorbereitet worden. Rund 5.700 Kubikmeter Erde wurden unter der Brücke abgeladen. Zudem wurde überschüssiger Ballast wie Schutzplanken oder Geländer entfernt. Auch die Asphaltschicht wurde abgetragen. Für die Sprengung wurden 530 Löcher gebohrt und 900 Meter Zündschnüre verlegt.
Durch gestiegene Verkehrsbelastung und schwerere Lkw sind etliche Brücken der sogenannten Sauerlandlinie von Dortmund nach Frankfurt so stark belastet, dass sie dringend ersetzt werden müssen. Die Talbrücke Ottfingen stammt aus dem Jahr 1971 – und gehört damit zu den insgesamt 60 Großbrücken, die auf der Strecke schrittweise erneuert werden müssen. Mit der Sprengung der Talbrücke wird Platz geschaffen für einen Neubau.
