Berlins kommissarischer SPD-Chef und Spitzenkandidat für die Abgeordnetenhauswahl, Steffen Krach, hat die Bundesspitze seiner Partei zu einer Kursänderung aufgefordert. »Wir müssen, glaube ich, insgesamt zu einem Kurswechsel kommen«, sagte er im Deutschlandfunk. »Wenn 80 Prozent der Deutschen sagen, dass das Reformpaket, was Anfang Juli vorgestellt wurde, in die falsche Richtung geht und zurzeit unausgewogen ist, dann kann man sich ja nicht hinstellen (…) und sagen, es ist alles richtig.« Gerade die SPD wolle schließlich für soziale Gerechtigkeit stehen.
Den Kurswechsel will Krach auf verschiedenen Ebenen sehen. So forderte er erneut, die geplanten Kürzungen beim Wohngeld rückgängig zu machen. »Das trifft häufig Alleinerziehende, viele Rentnerinnen und Rentner, die sich eben die Miete nicht mehr leisten können«, sagte er. Die Kürzungen träfen zudem viele Menschen, die hart arbeiteten, und den Zuschuss benötigten. »Ich halte das wirklich für den absolut falschen Weg«, sagte er. »Und ich erwarte auch, dass das im parlamentarischen Verfahren noch geändert wird.« Die Koalition hatte im Zuge ihrer Haushaltsdebatten eine Änderung des Wohngeldanspruches beschlossen.
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