Der gesunkene Ölpreis und der Tankrabatt des Bundes haben im Juni die
Preisentwicklung in Deutschland deutlich gebremst. Die
Verbraucherpreise stiegen mit 2,3 Prozent im Vergleich zum
Vorjahresmonat etwas langsamer an als zuvor, wie das Statistische Bundesamt bestätigte. Im Mai hatte die Inflationsrate noch 2,6
Prozent betragen und im April sogar 2,9 Prozent. Als Preistreiber hatten
sich erneut die hohen Energiepreise gezeigt, die durch den mittlerweile
ausgelaufenen Tankrabatt abgemildert wurden.
Viele Experten rechnen angesichts der militärischen Eskalation zwischen den USA und dem Iran aber im Juli wieder mit einer stärkeren Teuerung. Der wieder aufgeflammte Konflikt hat die Ölpreise bereits nach oben getrieben. Zudem ist Ende Juni der Tankrabatt ausgelaufen, der die Preise an den Zapfsäulen zwei Monate lang gedrückt hat. Die temporäre Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe dämpfte der Bundesbank zufolge die Inflation um etwa einen viertel Prozentpunkt.
Viele Nahrungsmittelpreise stiegen leicht
Für Nahrungsmittel mussten die Menschen im Juni laut Statistik 0,4
Prozent mehr zahlen als ein Jahr zuvor – ebenso wie im Mai. Teurer waren
binnen Jahresfrist vor allem Zucker, Marmelade, Honig und andere
Süßwaren (+4,8 Prozent), Fisch (+3,3 Prozent) sowie Fleisch und
Fleischwaren (+2,4 Prozent). Besonders auffällig waren Preisrückgänge
bei Butter (-29,1 Prozent) und Kartoffeln (-8,8 Prozent). Eier waren
hingegen 14,6 Prozent teurer als ein Jahr zuvor.
Höhere Teuerungsraten schmälern die Kaufkraft der Verbraucher: Sie
können sich dann für einen Euro weniger leisten. Nach den starken Preissteigerungen zu Beginn des Ukrainekrieges nahm die Teuerung ab, viele Preise sind
aber dauerhaft erhöht. Die sogenannte Kerninflation, also die
Preisentwicklung ohne Energie und Nahrungsmittel beziffert das Statistische Bundesamt auf 2,5 Prozent.
