Mohammad Reza Pahlavi, der Sohn des letzten iranischen Schahs, hat die deutsche Bundesregierung wegen ihrer Haltung ihm gegenüber deutlich kritisiert. Es sei »eine Schande«, dass sie nicht
mit ihm sprechen wolle, sagte Pahlavi
bei einer Pressekonferenz in Berlin. Demokratische Regierungen
sollten »mit den Menschen sprechen, die die Stimme der
Stimmenlosen« seien, sagte er.
Stattdessen lasse sich die
Bundesregierung vom Regime in Teheran erpressen und spreche
nicht mit ihm. Pahlavi rief in der Pressekonferenz mehrfach dazu
auf, das klerikale System der Islamischen Republik zu stürzen.
»Das Regime war nie so brüchig wie jetzt«, sagte er. Pahlavi warnte außerdem vor Vergeltung. Das Regime sei »eine
verwundete Bestie«.
An die europäischen Regierungen gewandt, forderte Pahlavi damit aufzuhören, die Führung in Teheran zu beschwichtigen oder mit ihr zu
verhandeln. Es dürfe nichts legitimiert werden, das den Staatsapparat an
der Macht halte, sagte er. Fast 50 Jahre habe Europa versucht, das Regime zu ändern und sei gescheitert. Solange es an der Macht bleibe, werde auch Europa weiter in Gefahr leben.
Pahlavi ist als Privatperson nach Deutschland gereist und will politische Gespräche führen. Regierungsmitglieder wird er dabei nicht treffen, sondern sich stattdessen mit Mitgliedern verschiedener
Bundestagsfraktionen austauschen, darunter auch mit dem
CDU-Außenpolitiker Armin Laschet.
In Berlin sind Demonstrationen für und gegen seinen Besuch angekündigt. Reza Pahlavi lebt in den USA im Exil.
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