
Der Kurs der Aktie der japanischen Softbank Group hat zum Ausgang der Woche deutlich zugelegt. Auslöser waren Spekulationen, dass die börsennotierte Investmentgruppe des Gründers, Techpioniers und Milliardärs Masayoshi Son eine größere Neuausrichtung einzelner Sparten anvisiert. So sollen der KI- und der Roboterbereich miteinander verschmolzen und unter dem Namen Roze bis kommendes Jahr an die Börse gebracht werden. Der Wert der neuen Gesellschaft könnte sich auf umgerechnet bis zu 100 Milliarden Dollar belaufen.
Softbank wollte sich zu den Mutmaßungen in asiatischen und angelsächsischen Medien bislang nicht äußern. Die „Financial Times“ hatte als erste Zeitung über die möglichen Pläne berichtet. Der Börsengang wäre einer der größten seiner Art. Die Aktionäre nahmen die Nachrichten wohlwollend auf. Die Aktie von Softbank legte im bisherigen Jahresverlauf schon mehr als 20 Prozent zu. Das Unternehmen erlöst im Jahr 51 Milliarden Dollar und verbucht einen Überschuss von 27 Milliarden Dollar. Am Markt wird es derzeit mit 191 Milliarden Dollar bewertet.
Softbank hat über die vergangenen Jahre milliardenschwere Investitionen unter anderem in Halbleiter, in die Entwicklung von Systemen der Künstlichen Intelligenz (KI) und in den Aufbau einer eigenen Robotersparte investiert. Dafür hatten die Japaner unter anderem die Robotersparte des europäischen Industriekonzerns ABB gekauft. Zuvor hatten die Schweizer ihrerseits einen Gang an die Börse für ihre einstige Sparte ausgelotet. Dann allerdings entschieden sie sich, das umgerechnet 5,4 Milliarden Dollar schwere Kaufangebot von Softbank anzunehmen.
Es sollte nicht der einzige Übernahmeschritt der Japaner sein. In einem ersten Schritt hatten sie im März des vergangenen Jahres für 6,5 Milliarden Dollar den US-Chip-Designer Ampere Computing an sich gezogen. In einem zweiten Schritt folgte im Dezember des vergangenen Jahres die Drei-Milliarden-Dollar-Übernahme des amerikanischen Private-Equity-Hauses Digital Bridge Group. Seitdem hat der Kurs eine rasante Berg-und-Tal-Fahrt hinter sich. Die Aktie von Softbank legte im Jahresvergleich mehr als 40 Prozent zu.
Darüber hinaus mischen die Japaner im 600 Milliarden Dollar großen Markt für KI-Rechenzentren in den Vereinigten Staaten mit. Sind sie doch im sogenannten Stargate-Konsortium mit dem Softwarekonzern Oracle, dem KI-Anbieter Open AI und dem arabischen Investmentfonds MGX engagiert. Zudem sucht Masayoshi Son die Anteile seiner Gruppe an Open AI weiter aufzustocken. Um die Anteilsübernahme zu finanzieren, nimmt Softbank Schulden von bis zu 40 Milliarden Dollar auf.
